Gleich mehrere Fälle von Gewalt gegen Frauen haben am Sonntag die Polizei ausrücken lassen. Ein 46-Jähriger bedrohte seine Schwester und seine Mutter, ein 34-Jähriger wurde aggressiv, weil seine Lebensgefährtin die Beziehung beenden wollte, und ein 33-jähriger ohrfeigte eine Frau auf offener Straße. Die Polizei betonte, dass Opfer jeglicher Gewalt bzw. Personen, die Gewalt wahrnehmen, umgehend die Exekutive verständigen sollen.

In Wien-Neubau verständigte eine 52-jährige Frau die Polizei, da sie und ihre 76-jährige Mutter von ihrem 46-jährigen Bruder bedroht und attackiert wurden. Das Opfer gab gegenüber den Polizisten an, dass es unter den Geschwistern zu einem Streit gekommen ist. Dabei soll der Bruder seine Schwester geschlagen und mit dem Umbringen bedroht haben. Als die Mutter versuchte, die Auseinandersetzung zu schlichten, bewarf sie der Mann mit Gegenständen. Die 52-Jährige verteidigte sich und ihre Mutter mit einem Pfefferspray, woraufhin der Mann aus der Wohnung flüchtete. Die Polizisten fanden den Verdächtigen schließlich versteckt im Stiegenhaus und nahmen ihn fest.

In Wien-Margareten musste die Polizei gleich mit Unterstützung der Spezialeinheit WEGA ausrücken, weil ein 34-Jähriger seine 26-jährige Lebensgefährtin, die sich von ihm trennen wollte, in einer Wohnung mit einem Messer und einem Hammer bedrohte. Der Mann, bei dem die Beamten auch eine geringe Menge Kokain fanden, wurde festgenommen.

Den dritten Einsatz wegen Gewalt in der Privatsphäre absolvierte die Polizei am Sonntag in Meidling, wo ein 33-Jähriger seine 34-jährige Lebensgefährtin mehrmals auf der Straße ohrfeigte. Als ein 19-jähriger Passant der Frau zu Hilfe kommen wollte, soll der 33-Jährige ihn mit dem Erschießen gedroht haben. Die Beamten nahmen den Mann vorläufig fest. Gegen den Aggressor wurde weiters ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen.

Ansprechpartner für Betroffene

Die Wiener Polizei wies erneut darauf hin, dass sie Ansprechpartner für jedes Opfer von Gewalt ist und keine Gewalt, gleichgültig in welcher Form, duldet. Der Polizei-Notruf (133) sei jederzeit für Personen, die Gewalt wahrnehmen oder von Gewalt betroffen sind, erreichbar, hieß es. Auch der 24-Stunden Frauennotruf (01/71719) und der Frauenhaus-Notruf des Vereins Wiener Frauenhäuser (05-77-22) sind rund um die Uhr besetzt. Das Landeskriminalamt Wien, Kriminalprävention, bietet zusätzlich Beratungen unter der Hotline 0800/216346 an. (apa)