Ein Möbelhaus als Anstoß für bauliche Veränderung im 15. Bezirk? Ausgehend vom Ikea-Standort soll der angrenzende Bezirksteil teilweise umgestaltet werden. Parkplätze wurden dafür im Gebiet nicht geschaffen, sie fallen noch zusätzlich weg. Denn für die An- und Abreise wird klar auf öffentlichen Verkehr und Fahrräder gesetzt.

"Es ist hier doch intensiv verkehrsbelastet. Die Verkehrsberuhigung, der Rückbau, die zusätzlichen Grünflächen, die sich durch das Grätzl ziehen, das wird eine Veränderung mit sich bringen", sagt die Wiener Planungsstadträtin Uli Sima. Am Mittwoch lieferten Sima und Gerhard Zatlokal, Bezirksvorsteher des 15. Bezirks, die Pläne für die Umgestaltung rund um den Westbahnhof. Konkret geplant ist eine Begrünung und Verkehrsberuhigung des Areals, nachdem die Ikea-Baustelle beendet ist. Man wolle so auch die Lebensqualität erhöhen, sagt Sima. Ende 2022 solle das gesamte Projekt abgeschlossen sein.

"Vom Parkplatz zum Park"

Die Begrünung ist begründet: Lediglich 9,5 Prozent des 15. Bezirks sind Grünland. Demgegenüber stehen 34,7 Prozent Verkehrsflächen. Auf einem Gebiet von rund 15.000 Quadratmetern soll nun eine momentan zu großen Teilen versiegelte Fläche umgestaltet werden. Die Umgestaltung betrifft vorrangig ein Gelände ausgehend vom Westbahnhof bis zur Rosinagasse. Konkret etwa die Langauergasse, die Gerstnerstraße und den Friedrichsplatz. "Das was hier momentan ein Parkplatz ist, wird dann eine schöne Grünfläche, also vom Parkplatz zum Park", so Sima über den Langauerplatz. Dort starte man zudem ein "Pilotprojekt" in Wien: den "Netlonrasen". Denn um möglichst viel Grün auf dem Platz zu ermöglichen, werde auch die notwendige Feuerwehrzufahrt begrünt. Dafür arbeite man laut Sima mit dem speziellen Rasen, der durch einen besonderen Untergrund erhöhte Belastung und das Befahren aushalte.

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Die Umgestaltung wurde mit einer Bürgerbeteiligung entwickelt. Rund 68 Prozent der Befragten plädierten dabei für die Verkehrsberuhigung von Friedrichsplatz und Langauergasse. Der Friedrichsplatz soll nun generell autofrei werden, ebenso die Staglgasse. Man wolle Schülerinnen und Schülern aus der Gegend einen sicheren Schulweg garantieren, sagt Zatlokal. In der Langauergasse ist eine Verkehrsberuhigung geplant.

Bei der Begrünung setzt die Stadt Wien vor allem auf zusätzliche Grünflächen und Bepflanzung sowie die Verbreiterung von vorhandenen Grünstreifen. Freiflächen wolle man zudem mit Wasserspielen abkühlen.

Wegfall von 120 Parkplätzen

Fokus ist zudem die Attraktivierung für Radfahrer. Neben Radabstellanlagen am Westbahnhof-Gelände entstehe in der Gerstnerstraße ein Radweg. In der Langauergasse soll Radfahren im verkehrsberuhigten Areal möglich sein. Im Zuge des Ikea-Projekts wurde im Vorfeld auch immer wieder eine Verkehrszunahme befürchtet, selbst Zatlokal hatte dies öffentlich bemängelt. Sima entkräftet die Bedenken. Die Magistratsabteilung für Verkehrsorganisation (MA46) habe keine Veränderung im Verkehrsaufkommen wahrgenommen und auch Garagenbetreiber im Umfeld hätten keinen Zuwachs verzeichnet. "Wir haben es rechtzeitig abgefangen", meint Sima. Eine Maßnahme im Vorfeld war etwa das Anrainerparken, also für Anwohner reservierte Parkplätze, welches Ende August umgesetzt wurde. Eine notwendige Maßnahme, denn durch die Umgestaltung würden 120 Parkplätze wegfallen, erklärt Zatlokal.