Wer tatsächlich glaubt, die Wiener-Stadt mit all ihren verborgenen Winkeln schon wirklich wie die eigene Westentasche zu kennen, kann ganz leicht eines Besseren belehrt werden: Christine de Grancy zählt laut einem Ranking von "Photo France" zu den 100 besten Fotografinnen und Fotografen der Welt. Sie begab sich im Lauf der Jahre mit Kamera und ihren Objektiven auf gänzlich ungewohnte Pfade in der österreichischen Bundeshauptstadt.

Heroisch: Heldenplatz-Namensgeber Erzherzog Carl, 1980.
Heroisch: Heldenplatz-Namensgeber Erzherzog Carl, 1980.

Meist von den Dächern aus fand sie Ansichten aus ungewohnten Blickwinkeln. Damit ermöglicht sie nun aus diesen Perspektiven eine ganz neue Sicht auf Wien.

Mit der Schauspielerin Mercedes Echerer fand de Grancy eine unkonventionelle Verlegerin ihrer Fotowerke. Ein wunderbarer Bildband mit Götterbildern ist nun das Ergebnis der Zusammenarbeit dieses besonderen femininen Duos geworden.

Christine de Grancy auf dem Parlamentsdach, 1992. - © Wiener Feuerwehrmann-unbekannt
Christine de Grancy auf dem Parlamentsdach, 1992. - © Wiener Feuerwehrmann-unbekannt

"Ich kenne Christine de Grancy und verehre ihre Kunst seit über 30 Jahren", sagt Mercedes Echerer. "Daher wollte ich die von ihr entdeckte Terra Incognita zu Grancys bevorstehenden 80er verlegerisch sichtbar machen."

So sei es auch gar nicht allzu schwer gewesen, "tolle Autoren" für das Buch zu finden. Denn abgerundet wird der Foto-Augenschmaus des unbekannten Wien mit tiefgründigen Texten, bei denen auch Ironie nicht zu kurz kommt. Die Literatur zu den außergewöhnlichen Bildern schufen neben Maja Haderlap, André Heller, Pavel Kohut und Karl-Markus Gauß auch Ljuba Arnautovic, Achim Benning, György Dalos, Esra Ösmen, Rupert Henning, Selina Teichmann, Cornelia Travnicek und Ernest Wichner.

Musikstadt Wien: Lucia Westerguard am Graben, 2006. - © Christine de Grancy
Musikstadt Wien: Lucia Westerguard am Graben, 2006. - © Christine de Grancy

Paul Vécsei