Nach dem Waldbrand im Raxgebiet beginnt Wien mit der Wiederaufforstung. Das Feuer hinterließ tiefe Spüren, der Wiederaufbau des Waldes wird viele Jahre in Anspruch nehmen. "Wenn jetzt behutsam nachhaltige Maßnahmen gesetzt werden, besteht die berechtigte Hoffnung, dass sich der Wald wieder erholen wird", sagte Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).

Das Feuer hat dem Wald und auch dem Boden Schaden zugefügt, der Wiederaufbau einer Humusschicht und des darauf wachsenden Waldes wird jedenfalls längere Zeit in Anspruch nehmen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Der Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien arbeite mit der Forstbehörde, der Wildbach- und Lawinenverbauung, der Universität für Bodenkultur und Wiener Wasser an der Erstellung eines Maßnahmenkataloges für das weitere Vorgehen.

Erhöhte Gefahr von Erosionen

Die Fläche ist aufgrund des Brandes momentan besonders erosionsgefährdet. Durch das Fällen von stark geschädigten bzw. bereits abgestorbenen Bäumen quer zum Hang und der Aussaat von Grassamenmischungen und auch das Pflanzen geeigneter Bäume und Sträucher sollen diese Bereiche stabilisiert und Bodenabtrag verhindert werden.

Aufgrund bisheriger Erfahrungen wird davon ausgegangen, dass einige Baumarten, insbesondere die dickborkigen Schwarzkiefer, zu einem hohen Anteil trotz Beschädigung durch den Brand überleben werden. Als "Rohbodenkeimer" werden sich diese Baumart sowie manche Straucharten auch gut natürlich verjüngen können. Die Försterinnen und Förster arbeiten daran, die betroffene Stelle möglichst schnell wieder zu stabilisieren und den Bestand gemeinsam mit der aufkommenden Naturverjüngung bestmöglich aufzuforsten, sagte Forstdirektor Andreas Januskovecz.

Der Waldbrand war am 25. Oktober am sogenannten Mittagsteig in Hirschwang ausgebrochen. Die Flammen breiteten sich extrem rasch aus - innerhalb von zehn Stunden von fünf auf etwa 115 Hektar. Feuerwehrangaben zufolge entwickelte sich in steilem und felsigem Gelände einer der aufwendigsten Löscheinsätze im Bereich der Waldbrandbekämpfung der vergangenen Jahrzehnte. Fast 9.000 Helfer waren in Summe an Ort und Stelle. (apa)