Der Duisburger Hafen in Deutschland hat 2021 bei einem Umsatz von 292 Millionen Euro eine Wertschöpfung von 3,6 Milliarden Euro erreicht. Der Hafen Wien kann mit diesen Größenordnungen zwar nicht mithalten, habe aber enormes volkswirtschaftliches Potenzial, erklärte der bei der Wiener Wirtschaftskammer angesiedelte Standortanwalt Alexander Biach bei der Präsentation seines aktuellen Berichts über den Wiener Hafen am Mittwoch im Beisein von Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke, Wien-Holding Geschäftsführer Kurt Gollowitzer und Hafen-Wien-Chef Fritz Lehr.

Der Hafen Wien hat 2019 einen Umsatz von 36,5 Millionen Euro gemacht, 2021 war es um ein Prozent mehr. Die Wertschöpfung des Wiener Hafens liegt laut den Berechnungen des Standortanwaltes bei 49,5 Millionen Euro - die sich vor allem aus Löhnen, Gehältern und Unternehmensgewinne zusammensetzen. Rechnet man noch Steuern dazu, komme man auf 54,2 Millionen Euro. "Wenn man sich nun diesen Sprung von 36 Millionen auf 49,5 Millionen Euro ansieht, erkennt man den enormen wirtschaftlichen Hebel", erklärte Biach. Der Beitrag zum Bruttoregionalprodukt betrage damit rund 54 Millionen Euro, jener zum Bruttoinlandsprodukt Österreichs rund 72 Millionen Euro. Und auch die in den vergangenen zehn Jahren getätigten Investitionen von rund 80 Millionen Euro hätten zusätzliche volkswirtschaftliche Effekte ausgelöst - nämlich einen Beitrag zum Bruttoregionalprodukt von 88 Millionen Euro und einem Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt von mehr als 130 Millionen Euro.

Drei Empfehlungen

Aus diesen Zahlen leitet Biach die Empfehlung ab, die Multimodalität (Wasser, Schiene, Lkw, Luft) weiter zu stärken und vor allem die Transportwege und Logistik-Ketten in Richtung Asien auszubauen, wie das etwa der Hafen Duisburg schon länger mache. "Das würde sich rechnen", betont Biach. Und auch die Herausforderung, wie man Güterverkehr möglichst klimaneutral abwickelt, werde ein "Gamechanger" sein.

Ein Punkt, bei dem laut Lehr der Hafen Wien gut unterwegs sei - gebe es doch die EU-Vorgabe, bis 2050 den Transport auf dem Wasser um 50 Prozent zu steigern. "Eine Transport-Tonne pro Kilometer auf dem Wasser verursacht 10 Gramm Co2-Ausstoß. Auf der Schiene sind es je nach Stromherkunft und Verschubleistung 10 bis 28 Gramm und beim Lkw 100 Gramm - und nur wenn man alle drei so sinnvoll kombinieren, wie wir es bereits tun, ist eine umweltbewusste Logistik möglich."

Immer mehr Betriebsansiedelungen

Dass im Hafen Wien viel Potenzial steckt, davon sind alle überzeugt. "Er ist einer der wichtigsten Güter-Drehscheiben in der Ostregion Europas und darüber hinaus ein wichtiger Arbeitgeber in der Region, der allein in Wien 375 Arbeitsplätze sichert, betonte Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke. Auf 3 Millionen Quadratmetern Fläche befinden sich neben dem Hafen Wien noch weitere 100 andere Unternehmen, die sich dort angesiedelt haben. Und es werden laut Lehr ständig mehr - nicht zuletzt verursacht durch Corona, würden immer mehr Unternehmen ihre Lager und Produktionsstätten nach Europa verlagern, vor allem an Verkehrsdrehscheiben in Städten, weil dort eine große Standortsicherheit gewährleistet ist. Und davon könne Wien viel profitieren.