Den Anfang machte die Volksschule in der Steinlechnergasse in Hietzing. Schon Anfang Dezember ließen sich dort 125 von 455 Mädchen und Buben gegen das Coronavirus impfen. Es war das Pilotprojekt, dem dann Volksschulen in vier Wiener Bezirken folgten. Inzwischen laufen die Vorbereitungen dafür, dass unmittelbar nach den Semesterferien ab Montag, 14. Februar, an all jenen Volksschulen in der Bundeshauptstadt, die auch Standort für einen Schularzt sind, Corona-Impfungen für Schülerinnen und Schüler durchgeführt werden.

- © apa / dpa / Jan Woitas
© apa / dpa / Jan Woitas

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ), Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) und auch die Wiener Bildungsdirektion betonen ausdrücklich, dass die Teilnahme an der breitflächigen Impfaktion direkt in den Schulen freiwillig erfolgt. "Es wird keine Schule gezwungen", wird im Büro von Bildungsdirektor Heinrich Himmer klargestellt. Mehr als 60 Schulstandorte mit Schulärzten kommen in Frage. Die Schulleitungen sollen dort die Eltern kontaktieren, um herauszufinden, ob und welcher Bedarf tatsächlich besteht. Voraussetzung für die Teilnahme an der Impfaktion nach den Semesterferien ist eine Einverständniserklärung der Eltern.

Nachholbedarf bei
Fünf- bis Elfjährigen

Die Impfung von Müttern und Vätern im Rahmen dieser Impfaktion in den Schulen ist vorerst grundsätzlich nicht vorgesehen. Der Grund dafür ist, wie der "Wiener Zeitung" erläutert wird, dass eigene Spritzen für die Schulkinder zum Einsatz kommen werden mit einem Drittel des Serums. Geimpft wird mit dem BionTech-Pfizer-Impfstoff. Hingegen ist es schon möglich, dass ein Elternteil bei der Impfung der Kinder in der Schule dabei ist. Die Information der Eltern über das Angebot und die Termine ist im Laufen. Für die Schulärzte gibt es bei den Impfungen Unterstützung durch Assistenzkräfte. Die Semesterferien in Wien - und auch im benachbarten Niederösterreich - sind im laufenden Schuljahr von 6. bis 13. Februar.

Im Büro von Gesundheitsstadtrat Hacker wird anhand der bisher erfolgten Corona-Impfungen bei Jugendlichen unterstrichen, das noch beträchtliches Potenzial für die Teilnahme an der breitflächigen Impfaktion ab 14. Februar besteht. Nach den vorliegenden Daten haben bisher in der Bundeshauptstadt rund 33.000 von knapp 128.000 Mädchen und Burschen im Alter von fünf bis elf Jahren einen ersten Stich erhalten, darin sind also auch Kinder im letzten Kindergartenjahr einbezogen. Diese habe entweder das allgemeine Angebot der Stadt Wien für Corona-Impfungen genützt oder jenes der mobilen Impfbusse, die ab dem Schulbeginn im vergangenen September zu Schulen unterwegs waren. In der Altersgruppe der 12- bis 19-Jährigen ist die bisherige Beteiligung wesentlich größer. Fast 98.000 von 143.000 Jugendlichen in dieser Altersklasse haben demnach eine Corona-Impfung erhalten.

Die Impfaktion an den Schulen erfolgt vor dem Hintergrund, dass die türkis-grüne Bundesregierung bundesweit bisher an der geplanten Impfpflicht ab Februar festhält. Allerdings wird in diesem Zusammenhang überlegt, ob die Impfpflicht erst ab 18 Jahren oder bereits für Jugendliche ab 14 Jahren gelten soll. Eine Entscheidung darüber dürfte am 17. Jänner fallen. Bildungsminister Martin Polaschek hat seit seinem Amtsantritt im Dezember keinen Zweifel daran gelassen, dass er trotz der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen aufgrund der Omikronvirusvariante am Präsenzunterricht in den Schulen festhält. Müttern und Vätern bereitet allerdings Kopfzerbrechen, dass sich die Ansteckungen mit der Omikronvariante speziell in der Bundeshauptstadt besonders ausbreiten.

Deswegen wird von der Stadt Wien der umfassendere Schutz durch Impfungen auch für Schüler einmal mehr betont. Im Büro des pinken Vizebürgermeisters und Bildungsstadtrates Wiederkehr wird dennoch trotz des ausgeweiteten Impfangebots ab 14. Februar direkt an den Schulen ebenfalls betont: "Niemand wird dazu gezwungen." Es sei aber eine Möglichkeit, das Impfangebot näher zu den Zielgruppen zu bringen.