In Wien gehen bereits die ersten aus der Ukraine geflohenen Kinder in die Schule. Vorerst sind es rund 20. Es dürften aber bald schon deutlich mehr werden, wie der Wiener Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) am Dienstag im Gespräch mit der APA erläutert hat. Gesucht wird nun vor allem Personal. Erhoben wird dazu etwa, ob geflüchtete Menschen mit pädagogischer Ausbildung eingetroffen sind.

Aktuell sind die Kinder aus der Ukraine noch in den Regelklassen untergebracht. Möglich ist jedoch, dass bei einer größeren Anzahl auch eigene Klassen eingerichtet werden, sagte der Stadtrat. Wie viele Betroffene erwartet werden, sei derzeit nicht vorherzusehen, betonte er. Wiederkehr versicherte jedoch: "Wir sind vorbereitet, dass wir viele Kinder aufnehmen können."

Pädagogisches Personal mit Sprachkenntnissen gesucht

 

Aktuell wird auch die Ankunft zahlreicher unbegleiteter Jugendlicher registriert, berichtete er. Wiederkehr appellierte auch an den Bund, rasch die Verordnung zum Schutz von Menschen aus der Ukraine zu beschließen, etwa um die Frage der Schulpflicht zu klären. Derzeit arbeite man "ins Blaue" hinein, betonte er.

Angesichts der bisher relativ kleinen ukrainischen Community in Wien gestaltet sich laut Wiederkehr auch die Suche nach pädagogischem Personal mit Sprachkenntnissen nicht ganz einfach. Darum werde man nun auch jene Menschen ansprechen, die aus der Ukraine geflüchtet sind. Gesucht werden vor allem Personen mit entsprechender Ausbildung.

Admin-Kräfte für 300 Wiener Schulen

Wegen der Belastung in der Pandemie stockte Wiederkehr nun die die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Administration sukzessive auf. 304 Wiener Pflichtschulen wurden bereits mit administrativen Unterstützungskräften ausgestattet, um Lehrkräfte und die Schuldirektionen von den täglichen bürokratische Tätigkeiten zu entlasten.

Konkret sind aktuell 197 der neuen Unterstützungskräfte - sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitkräfte - an 304 Allgemeinbildenden Pflichtschulstandorten im Einsatz. Lediglich zwölf Schulen haben keinen Bedarf angemeldet. Die Kosten wurden heute mit 15 Mio. Euro veranschlagt. Zwei Drittel der Förderung stammt vom Bund. Zusätzlich wurden laut Stadt Admin-Kräfte auch im Rahmen von Wiener Initiativen wie der Joboffensive bzw. der Aktion "50plus" finanziert. Derzeit sind noch 37 Stellen für Unterstützungskräfte vakant. (apa)