Elektrisch betriebene Fahrzeuge sind aus dem Stadtbild längst nicht mehr wegzudenken. E-Roller, Lieferdienste, die auf E-Mopeds setzen, und vor allem E-Autos. 11.591 davon waren Ende des Jahres 2021 in Wien zugelassen, österreichweit waren es zu diesem Zeitpunkt 76.539. Der Stadtrechnungshof prüfte in seinem jüngsten Bericht, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, unter anderem die Gebarung der Wien Energie hinsichtlich deren E-Ladestationen auf öffentlichen Verkehrsflächen.

An 502 Standorten in der Stadt bietet der Stromversorger im öffentlichen Straßennetz die Möglichkeit, an Doppel-Ladesäulen Strom zu tanken. Insgesamt ergibt das 1.004 Ladepunkte (im Jahr 2017 gab es erst zwei davon). Weitere 76 Ladepunkte der Wien Energie gibt es in Niederösterreich. Zu den vorhandenen E-Tankstellen im öffentlichen Raum kommen in der gesamten Stadt auf Privatgründen noch einmal rund 1.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte der Wien Energie in Parkgaragen und auf Supermarkt-Parkplätzen.

Ärger mit der App

Probleme gibt es laut Stadtrechnungshof noch mit der Aktualität des E-Ladestationen-Finders und der "Wien Energie Tanke-App", die Fahrern elektrisch betriebener Pkw das Auffinden von unbenützten Stromzapfsäulen erleichtern sollen. Diese seien nicht immer auf aktuellem Stand. Die Prüfer orten hier Verbesserungsbedarf. Das betrifft indirekt auch das Baustellen-Management. Es käme immer wieder vor, dass durch Straßenbauarbeiten Ladesäulen blockiert seien, diese aber in der App und auf der Website des Anbieters nach wie vor als mögliche Ladestation angepriesen werden.

Laut Wien Energie habe man das Problem erkannt und eine Lösung sei bereits in Arbeit. Bis Sommer soll ein Relaunch der App erfolgen - mit "verbesserter Bedienbarkeit, mehr Details zu den Ladevorgängen und einer klaren Darstellung von verfügbaren Ladestellen", heißt es seitens der Pressestelle.

Das Problem mit der Größe

Die Größe mancher E-Autos stellt deren Besitzer beim Stromtanken im öffentlichen Raum immer wieder vor Probleme. Wollen zwei E-SUV oder zwei strombetriebene Klein-Lkw die selbe Ladestation benutzen, gibt es derzeit zu wenig Platz. Zehn Meter beträgt die Länge der ausgewiesenen Fläche für die beiden Ladeplätze. Das genügt für einen durchschnittlich dimensionierten Wagen, für zwei Klein-Lkw ist das zu wenig. Die Stadtprüfer schlagen daher vor, die für das Stromtanken vorgesehenen öffentlichen Verkehrsflächen von bisher zehn auf künftig 13 Meter zu verlängern.

Auch diesen Vorschlag des Stadtrechnungshofes will der Konzern beherzigen: "Bei allen neu zu errichtenden Ladestellen werden die Parkflächen auf eine Länge von 6,5 Meter pro Parkplatz erweitert", erklärt ein Pressesprecher.

Schnelles Laden

Weiter vorangehen soll der Ausbau der E-Tankstellen. Das Energieunternehmen will noch bis Mitte dieses Jahres zwei Schnellladestellen für jeweils zehn Benutzer errichten. Zudem werden in ganz Wien in Abstimmung mit der Stadt und den Bezirken hundert weitere Doppel-Zapfsäulen ans Netz angeschlossen.

Der Energieversorger kann damit rechnen, dass die Zahlen der Ladevorgänge damit weiter gesteigert werden können. Im Jahr 2021 gab es laut Wien Energie 310.000 Ladungen an deren Stromtankstellen. Im Jahr davor waren es nur 130.000 gewesen. Das entspricht einer Steigerung von rund 260 Prozent.(gh)