Pünktlich zum Weltwassertag, am 22. März, präsentierte die Stadt Wien ihre "Strategie für die Zukunft - Wiener Wasser 2050". Bis Mitte des 21. Jahrhunderts wird mit einem Bevölkerungswachstum auf 2,2 Millionen Einwohner gerechnet. Da davon auszugehen ist, dass die neuen Hauptstadtbürger nicht weniger durstig sind als die heutigen, rechnet die Abteilung Wiener Wasser (MA 31) mit einem um 15 Prozent erhöhten Bedarf an Trinkwasser.

"Wir werden die Wasserversorgung der Bevölkerung anpassen", verspricht Bürgermeister Michael Ludwig im Zuge eines Pressegesprächs beim Wasserturm Favoriten. Dabei wolle man "klimagerecht und ressourcenschonend" vorgehen.

Ausbau der Speicher

Konkret soll ein zusätzlicher Rohrstrang im Quellschutzgebiet Hochschwab in der Steiermark dafür sorgen, dass künftig mehr Wasser über die zweite Wiener Hochquellleitung in die Stadt fließt. "Um mehr Speicherkapazität zu erhalten, bauen wir auch unsere Wasserbehälter aus", sagt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ). Die Erweiterung des Behälters Schafberg I von 23 auf 60 Millionen Liter Speicherkapazität soll bis 2024 abgeschlossen sein. Der größte Wasserspeicher der MA 31 im niederösterreichischen Neusiedl am Steinfeld wird bis Anfang der 30er-Jahre auf eine Milliarde Liter Fassungsvermögen ausgebaut. Derzeit liegt die Gesamtkapazität aller 31 Behälter bei 1,6 Milliarden Liter. Der Tagesverbrauch an Trinkwasser wird von Wiener Wasser mit 400 Millionen Litern angegeben.

Zwei neue Hauptleitungen ergänzen das Transportrohrnetz der Stadt ab 2026 im Norden, und ab 2027 im Süden. Noch heuer wird eine zusätzliche Trinkwasserleitung über die Floridsdorfer Brücke nach Transdanubien gezogen.

Das vom Schneeberg-Rax-Gebiet und aus der Steiermark aus 70 Quellen entnommene Trinkwasser fließt im freien Gefälle und wird bereits in 16 Kleinkraftwerken zur Stromerzeugung genutzt. Ein 17. Kraftwerk kommt im Sommer dazu. Zudem erklärt Czernohorszky, dass auf mehreren Wasserbehältern Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung installiert werden.

Die angenehmen Frühlingstemperaturen machen es möglich, dass seit Dienstag die Wiener Trinkwasserbrunnen sukzessive wieder in Betrieb genommen werden. 1.300 sind es im gesamten Stadtgebiet. Laut Czernohorszky sollen weitere dazukommen. Ausgebaut wird auch das Angebot an Nebel-Stelen und ähnlichen Objekten, die helfen sollen, mit ihrem kühlenden Sprühnebel die Sommerhitze etwas erträglicher zu machen.(gh)