Auch wenn noch kein Badewetter in Sicht ist, der Sommer wird kommen. Daher sind ab sofort wieder die Mähboote der Stadt Wien auf der Alten Donau im Einsatz, wie die für die Wiener Gewässer zuständige Stadträtin Ulli Sima am Montag erklärte.

Aufgrund der kühlen März-Temperaturen haben sich die Unterwasserpflanzen, die sogenannten Makrophyten, mit ihrem Wachstum bisher noch zurückgehalten. Nun setzt das Pflanzenwachstum unter Wasser aber ein. Daher ist die Mähboot-Flotte aktuell mit bis zu 15 Amphibienmähbooten und weiteren Begleitbooten zum Sammeln des Mähguts unterwegs, in der Hochsaison sind dann bis zu 25 Boote im Einsatz.

"Die sogenannten Makrophyten sind zwar für die Top-Wasserqualität in der Alten Donau unerlässlich, bei Badegästen und Bootsfahrern aber nicht wirklich beliebt", meinte Sima. Daher sorge die Stadt schon seit vielen Jahren mit einem ausgeklügelten Mähmanagement dafür, dass die Pflanzen geschont werden, die Wasserqualität hoch bleibt und gleichzeitig ungetrübtes Freizeitvergnügen für die Badegäste garantiert werden kann.

Aus Unterwassergras wird Kompost

Herzstück des Mähmanagements sind die wendigen Amphibienmähboote. Sie mähen die Unterwasserpflanzen in einer Tiefe von bis zu 2,5 Meter. Die Boote können entweder mit Mähwerken oder mit Rechen zum Einsammeln des Mähguts ausgestattet werden. Das Mähgut wird von den Sammelbooten, die die Mähboote begleiten, ans Ufer gebracht und von dort auf Lastwagen verfrachtet, die das Mähgut ins Kompostwerk Lobau bringen. Dort wird es zu Bio-Kompost verarbeitet. Als "Guter Grund" kann die daraus gewonnene Bio-Erde bei den Wiener Mistplätzen erstanden werden. Im vergangenen Jahr wurden laut Sima rund 1.900 Tonnen Wasserpflanzen aus der Alten Donau geholt, das ist weniger als in den Jahren zuvor.

3.300 Tonnen Makrophyten wurden 2018 gemäht

Aufgrund eines kühlen und sonnenarmen Frühjahrs setzte das Wachstum der Unterwasserpflanzen spät ein, die Mäharbeiten wurden erst ab Mai notwendig. Höhepunkt des Pflanzenwachstums in der Alten Donau war 2018, damals mussten über 3.300 Tonnen Pflanzen aus dem Gewässer gefischt werden. Die Stadt hat daraufhin das Mähmanagement komplett auf neue Beine gestellt. In den Jahren 2019, 2020 und 2021 fielen die Mengen wieder ab, blieben aber dennoch mit 2.700 beziehungsweise 2.600 Tonnen und im Vorjahr mit 1.900 Tonnen auf hohem Niveau.