Grant statt Gaudi: Die "Wiener Wiesn" wird durch die "Kaiser Wiesn" ersetzt. Das erbost die Veranstalter der bisherigen Trachtenparty, die seit 2009 beim Riesenrad im Prater für zünftige Unterhaltung im Herbst sorgte. "Wiener Wiesn"-Veranstalter Christian Feldhofer beklagt, dass der Austragungsort auf der Kaiserwiese vor dem Riesenrad nicht mehr zur Verfügung gestellt wurde. Das, obwohl man einer von der Prater Wien Gmbh geforderten Verdoppelung der Pacht sogar zugestimmt hatte.

Der mit mehr als 400.000 Besuchern zweitgrößten Veranstaltung Österreichs, der Original Wiener Wiesn, sei das Ansuchen für eine Ersatzlocation in Wien - etwa die Donauinsel - von der Stadt Wien viermal ohne nachvollziehbare Begründung abgelehnt worden. Stattdessen sei die längerfristige Nutzung der Kaiserwiese an ein der SPÖ nahestehendes Unternehmen gegangen, hieß es in einer Aussendung. Dieses orientiere sich stark am Original, um nicht zu sagen, sie "ahmt das Konzept der Original ‚Wiener Wiesn‘ nach", wird bekrittelt.

Bei dem beanstandeten neuen Fest handelt es sich um die "Kaiser Wiesn". Deren Programm soll heute, Donnerstag, präsentiert werden. Teil des Teams dort ist unter anderem Thomas Waldner, der ehemalige Organisator des Wiener Donauinselfestes. "Mit dem neuen Betreiber der ‚Kaiser Wiesn‘ wurde eine Vertragsvereinbarung getroffen, welche die Interessen des Standortes Prater und jene der Betreiber berücksichtigt und einen Mehrwert für alle Beteiligten der Veranstaltung generiert", hieß es dazu von der Parter Wien GmbH auf Nachfrage. Die "Kaiser Wiesn" wird laut Präsentationseinladung vom 22. September bis zum 9. Oktober stattfinden.