Jahr für Jahr sorgt die Stadt Wien mit Mähbooten für ungetrübtes Badevergnügen und sauberes Wasser an den Badeplätzen der Alten und Neuen Donau. Heuer ist ein neues Boot, die "Nixenkraut", welches mit seinem Schwenkarm auch schwer erreichbare Bereiche abmähen kann, erstmals im Einsatz. Die Wasserpflanzen, auch Makrophyten genannt, sorgen für Biodiversität und gute Wasserqualität, können aber für Badegäste lästig werden, wenn sie zu hoch wachsen, so Stadträtin Ulli Sima (SPÖ).

Die für Gewässer zuständige Stadträtin führte weiter aus, dass das Mähmanagement ständig weiterentwickelt und angepasst werde. Auch die Bezirksvorsteher von Donaustadt und Floridsdorf, Ernst Nevrivy und Georg Papai (beide ebenfalls SPÖ) zeigten sich mit den Arbeiten zufrieden. "Wir haben in den letzten Jahren Uferbereiche attraktiver gestaltet, Zugänge verbessert, am Mühlschüttel an der oberen Alten Donau neue Flächen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ich freue mich sehr, dass das Mähmanagement dazu beiträgt, einen perfekten Sommer an der Alten Donau zu garantieren.", sagte Bezirksvorsteher Papai.

Aufgrund des kühlen März habe das Pflanzenwachstum heuer erst im Mai eingesetzt. Bisher hat die Magistratsabteilung 45 (MA 45), die für Wiener Gewässer zuständig ist, mit 15 Amphibienmähbooten, dem neuen Spezialboot "Nixenkraut" und weiteren Sammel-Begleitbooten laut Sprecherin Mathilde Urban knapp 1.000 Tonnen Mähgut aus der Alten Donau geholt, genau so viel wie im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt. Im Bereich der Neuen Donau ist der Mähaufwand heuer hingegen besonders groß, weil sich aufgrund des späten Hochwassers im vergangenen Jahr das Krause Laichkraut explosiv verbreitet hat. Diese Pflanze kann pro Tag um bis zu zehn Zentimeter in die Höhe wachsen. Daher wurde bereits Anfang Mai mit der Mahd begonnen, personelle Kapazitäten aufgestockt und externe Firmen beauftragt. Trotzdem müsse man laut Gerald Loew, dem Leiter der Wiener Gewässer aufgrund der großen Uferlänge der Donauinsel Prioritäten setzen, man mähe daher zuerst in viel genutzten Badebereichen wie CopaBeach und der Brigittenauer Bucht.

Die Makrophyten werden von den kettengetriebenen Booten zuerst mit dem Mähaufsatz abgeschnitten, dann mit dem Rechenaufsatz eingesammelt und auf schwimmende Sammelplattformen geführt. Von dort wird das Mähgut auf Lastwagen verladen, die die Biomasse ins Kompostwerk Lobau bringen, wo es in Bio-Erde umgewandelt wird. Diese kann dann als "Guter Grund" auf Wiener Mistplätzen erstanden werden. Da die Alte Donau ein abgetrennter Altarm ist, der mit der Zeit erst zuwachsen und dann verlanden würde, ist das Mähmanagement von großer Bedeutung, um das Gewässer als Naherholungsgebiet zu erhalten. Um den Arbeitsaufwand zu reduzieren, wurden in manchen Gebieten niederwüchsige Chareceenarten angesetzt. Diese breiten sich prächtig und flächendeckend aus, wachsen aber viel langsamer als das Krause Laichkraut.

Aufgrund der geringen Tiefe der Alten Donau, die nur an wenigen Stellen zweieinhalb Meter überschreitet, werden kleine und flache Amphibienboote eingesetzt, die sich wie Bagger auf Ketten fortbewegen und nur sehr kleine Bugwellen erzeugen. Diese sind laut MA 45 mit hochmodernen GPS-Anlagen und Computern mit dazugehöriger Spezialsoftware ausgerüstet, um die Mähflächen so exakt und vollständig wie möglich abzuarbeiten. Schwimmende Ölsperren der Wiener Feuerwehr verhindern, dass das Mähgut aus dem Arbeitsbereich zu anderen Badeplätzen treibt. Allerdings wird nicht überall gemäht: In wenig genutzten ufernahen Gebieten werden Schonzonen erhalten, die Fischen und anderen Lebewesen als Rückzugsort und Laichplatz dienen. (apa)