Die Spanische Hofreitschule hat den Posten der Geschäftsführung neu ausgeschrieben. Die Stellensuche wurde am Dienstag im Amtsblatt zur "Wiener Zeitung" veröffentlicht. Der Vertrag von Amtsinhaberin Sonja Klima und ihrem kaufmännischen Vorstand läuft im November aus.

Vergleicht man das Anforderungsprofil mit jenem, das noch vor vier Jahren vorgegeben war, so fällt auf, dass es in der Hofreitschule - Lipizzanergestüt Piber offenbar zu einer Verschiebung der Prioritäten gekommen ist. 2018 waren nämlich noch - an erster Stelle gereiht - ein "umfangreiches Wissen und Erfahrung über die klassische Reitkunst" Voraussetzung für den Job. Ebenso war "Fachwissen über Zucht, Tierhaltung und Tiergesundheit" gefordert. In der aktuellen Ausschreibung hingegen ist lediglich das "Wissen über die klassische Reitkunst wünschenswert" und letztgereiht.

Dafür ist nun eine "authentische und erfahrene Führungskraft" gesucht, Eigenschaften, die vor vier Jahren gar nicht gefragt waren. Besondere Kenntnisse im Bereich "Produktentwicklung und Vermarktung" sind dort gefordert, wo noch vor vier Jahren "Marketing und Tourismus" stand.

2.000 Euro mehr geboten

Das neue Anforderungsprofil wird von der Spanischen Hofreitschule offensichtlich höher bewertet als das bisherige. Denn das monatliche Bruttogehalt wurde gegenüber 2018 von mindestens 8.000 Euro plus Bonuszahlungen auf 10.000 Euro plus Bonuszahlungen hochgeschraubt.

Amtsinhaberin Sonja Klima hat bereits erklärt, dass sie einer erneuten Bewerbung aufgeschlossen gegenübersteht.

Die Spanische Hofreitschule machte zuletzt Anfang des Jahres Schlagzeilen. Damals wurde bekannt, dass der frühere Aufsichtsrats-Präsident Johann Marihart auf Kosten der Hofreitschule einen Lipizzaner-Hengst seiner Tochter zureiten habe lassen. Das Pferd war der Hofreitschule zuvor um 12.000 Euro abgekauft worden. Marihart und der kaufmännische Chef traten schließlich von ihren Posten zurück. Der Fall liegt noch bei der Staatsanwaltschaft, es gilt die Unschuldsvermutung.(aum)