Der Tourismus in Wien ist geradezu explodiert. Mit rund einer Million Nächtigungen ausländischer Besucher im Juni hat die Branche gegenüber dem Mai um 363,2 Prozent zugelegt. Verglichen mit dem Juni des Vorjahres bedeutet die Zahl ein Plus von 351,4 Prozent. Damit ist Wien unter den Top 3 der meistbesuchten Bundesländer in Österreich. Lediglich Tirol (rund drei Millionen ausländische Nächtigungen) und Salzburg (1,5 Millionen) haben mehr aufzuweisen. Jedoch hat sich kein anderes Bundesland dermaßen gesteigert wie Wien. Zum Vergleich: Zweitgereiht ist hier Salzburg mit einer Zunahme in Höhe von 110,8 Prozent bei ausländischen Gästen gegenüber dem Vorjahresmonat.

Salzburg und Tirol haben den Aufwärtstrend derzeit bitter nötig. Denn der Tourismus hat unter den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie besonders gelitten. Dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) zufolge haben sich 2021 zwar alle Bundesländer spürbar von der Covid-19-Krise erholt - allerdings hinkten die tourismusintensivsten Bundesländer Tirol und Salzburg den anderen beim Wachstum deutlich hinterher.

Die reale Bruttowertschöpfung - der Wert alle Güter und Dienstleistungen zu Herstellungspreisen, ohne Vorleistungen - wuchs 2021 in fast allen Bundesländern um mehr als 4 Prozent. Nur eben in Tirol (+1,3 Prozent) und Salzburg (+2,7 Prozent) verlief die Erholung nach dem Einbruch im Jahr 2020 langsamer. Wien hält hier bei 5,3 Prozent.

Negative Zahlen im Tourismus hat in Österreich im Juni ausschließlich das Burgenland zu verzeichnen und das auch nur bei den inländischen Gästen, die um drei Prozent weniger kamen, als im Vorjahr. Demgegenüber steht allerdings eine Zunahme an ausländischen Gästen in Höhe von 57,7 Prozent.

Mit Abstand die meisten Touristen in Österreich kamen im Juni aus Deutschland. 1.432.700 Ankünfte aus der Bundesrepublik wurden verzeichnet. Danach folgen die Niederlande mit 104.300 Ankünften sowie die Schweiz und Liechtenstein mit 101.700; an vierter Stelle kommen die USA mit 83.000.

Allerdings kämpft die Branche mit akutem Personalmangel. Tausende Jobs sind zu vergeben - in Summe waren per Ende Juni 22.286 Stellen im heimischen Hotel- und Gaststättenwesen unbesetzt. Das waren um 36 Prozent oder 5.894 mehr als noch vor einem Jahr. Dringend gesucht sind vor allem Kellner und Köche. Die meisten offenen Stellen haben die Bundesländer, in denen der Tourismus derzeit auch am stärksten anzieht: Tirol (3.735), Salzburg (3.344) und Wien (3.158).