Die kurze Verschnaufpause mit Regenschauern hat leichte Abkühlung gebracht. Doch ab Mittwoch kommt die Sommerhitze wieder zurück. Die Temperaturen sollen in Wien in den kommenden Tagen auf weit über 30 Grad ansteigen. Gut für die städtischen und privaten Bäder, die nach den durchwachsenen Pandemie-Saisonen wieder steigende Besucherzahlen verzeichnen.

Eine erste Zwischenbilanz des Sommers zeigt, dass nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen in den Wiener Bädern wieder deutlich regerer Betrieb herrscht. Von Anfang Mai bis Ende Juli kamen 2022 mit 1,43 Millionen Gästen rund 600.000 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres in die Schwimmbäder der Stadt Wien. Allerdings liegen die aktuellen Gästezahlen noch weit unter jenen vor Ausbruch der Pandemie. 2019 hatten die Bäder der Stadt Wien von Mai bis Juli beinahe 1,9 Millionen Besucher gezählt.

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"Schreckliche Jahre"

Nicht nur die öffentlichen, auch die privaten Badeanstalten der Bundeshauptstadt können bisher eine positive Entwicklung der Gästezahlen vorweisen. Verglichen mit den "schrecklichen zwei Jahren", wie etwa Gabriela Dolezal vom Neuwaldegger Bad in Hernals betont, sei die laufende Saison deutlich besser. Vor allem Familien mit ihren Kindern kämen heuer wieder vermehrt in ihr Bad, sagt Dolezal. Im Vorjahr hätten viele wegen der strengeren Corona-Regeln für Kinder in Wien im benachbarten Niederösterreich den Badespaß gesucht.

Während im Neuwaldegger Bad der Eintrittspreis mit Saisonbeginn um einen Euro auf 18 Euro für eine Tageskarte (Kinder bis zehn Jahre: 9 Euro) gestiegen ist, setzte die Stadt auf moderatere Preiserhöhungen. Die Tageskarten wurden in den städtischen Bädern für Erwachsene um 30 Cent auf 6,20 Euro erhöht (Kinder: 2,10 Euro).

Die nach Beginn der Pandemie eingeführte Bäder-Ampel (nicht zu verwechseln mit der Corona-Ampel der Bundesregierung) wird weiterhin verwendet. Doch in diesem Jahr stand die Ampel bisher in keinem der städtischen Bäder auf Rot. Das heißt, die erlaubte Kapazität wurde bislang noch nicht ausgeschöpft, der Zutritt zu den Bädern war immer möglich.

Möglicherweise ändert sich dies aber in den kommenden Tagen, wenn die Quecksilbersäule in den Thermometern wieder regelmäßig die 30-Grad-Marke übersteigt. Heute werden am frühen Nachmittag in Wien bis zu 33 Grad im Schatten erwartet. Gegen Ende der Arbeitswoche steigen die Temperaturen weiter an. Am Freitag soll es in der Innenstadt bis zu 36 Grad heiß werden. Das Wochenende bleibt voraussichtlich überwiegend sonnig mit Höchsttemperaturen von 30 bis 32 Grad.

Höhere Preise in Thermen

Während sich die Betreiber der Freibäder über steigende Besucherzahlen freuen, leiden unterdessen die österreichischen Thermen unter den hohen Energiepreisen. Es ist mit Preiserhöhungen im Herbst sowie im nächsten Jahr zu rechnen, sagte Vamed-Vitality-World-Direktor Gerhard Gucher am Dienstag im ORF. Denn auch die Energiepreise werden sich seiner Einschätzung nach weiter erhöhen. So sei beim Strom mit einer Steigerung um 350 Prozent zu rechnen, beim Gas sogar mit einem Plus von 400 Prozent, meinte Gucher, dessen Unternehmen auch die Therme Wien in Oberlaa betreibt.

Steirische Thermen haben die Preise bereits erhöht. Bei der Vamed Vitality World steht eine Preiserhöhung im Raum, sagt Gucher. Allerdings erwartet er sich politische Unterstützung. So fordert er eine Anpassung der Mehrwertsteuer auf das Niveau der allgemeinen Hotellerie. Während der Mehrwertsteuersatz für die Hotellerie bei zehn Prozent liegt, betrage er für die 36 Thermen in Österreich 13 Prozent. Außerdem fordert Gucher eine Rückvergütung der Energieabgabe für die Betreiber der Thermen.(red.)