Der letzte Sonntag im September steht wieder ganz im Zeichen des Denkmalschutzes. Einen Tag lang können österreichweit mehr als 280 historische Denkmäler und historische Bauten bei freiem Eintritt besucht werden. Viele davon sind nur am Tag des Denkmals geöffnet, aber auch bereits bekannte Denkmäler können in Form von Themenführungen zum diesjährigen Motto "Denkmal voraus: Denkmalschutz ist Klimaschutz" aus einer ganz neuen Perspektive kennengelernt werden. Wien ist mit 50 Programmpunkten vertreten, darunter der kürzlich generalsanierte Campus der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im 1. Bezirk.

Einen Anfang machten einige Schulklassen bereits am Freitag bei einem Besuch in der französischen Botschaft: Bereits zum zweiten Mal fand hier eine Schüleraktion im Rahmen des europäischen Tags des Denkmals statt, bei der Schulklassen aus Wien und den Bundesländern eingeladen wurden. Die Initiative ist ein Herzensprojekt des französischen Botschafters in Wien, Gilles Pécout. Der ehemalige Rektor der "Academie de Paris" will den Tag des Denkmals auf diese Weise stärker institutionalisieren und Schülern aus allen Bildungsschichten die Möglichkeit bieten, einmal eine Botschaft zu besuchen, wie er der "Wiener Zeitung" erklärte. Bei einer Führung und einem französischen Frühstück lernten die Schüler die Aufgaben eines Diplomaten sowie das Gebäude kennen.

Die französische Botschaft nimmt seit 2012 am Tag des Denkmals teil und öffnet einmal im Jahr ihre Pforten für die Öffentlichkeit. Das Gebäude am Schwarzenbergplatz entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im Stil des Art Nouveau als Hommage an den Wiener Jugendstil. Sie war die erste französische Botschaft, die bereits als solche geplant und nicht erst im Nachhinein angemietet wurde.

Highlight Campus Akademie

Neben der französischen Botschaft wirken etliche Wiener Museen, Palais und Kirchen, aber auch zwei Friedhöfe sowie das Gartenbaukino und das Metro Kinokulturhaus mit Sonderausstellungen zum Motto Klimaschutz am Tag des Denkmals mit. Ein besonderes Highlight ist der erst kürzlich generalsanierte Campus der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex bildet den Kern des Alten Wiener Universitätsviertels und wurde im 17. Jahrhundert gemeinsam mit der Jesuitenkirche rund um den Dr.-Ignaz-Seipel-Platz errichtet. Bei zahlreichen Führungen haben Besucher am Tag des Denkmals die Möglichkeit, die barocken Deckenfresken und den Dachstuhl zu besichtigen und lernen in Arkadenhof und Bibliothek, wie historische Bausubstanz für die Zukunft erhalten wird. Auch Kinder können in Form einer Rätselrallye die Geschichte des Campus der Akademie erkunden.

"Am Campus Akademie zeigt sich herausragend, dass gewachsener Denkmalbestand Anforderungen, die die Gegenwart stellt, sehr gut erfüllen kann, wenn sich alle Beteiligten mit den Herausforderungen auseinandersetzen und individuelle Lösungen finden", erklärt Leiter des Bundesdenkmalamts, Christoph Bazil.

Das soll auch das diesjährige Motto "Denkmal voraus: Denkmalschutz ist Klimaschutz" verdeutlichen. Nachhaltige Bauwirtschaft bedeute, den Gebäudebestand zu erhalten und mit angepassten Konzepten klimafit zu machen, heißt es vom Bundesdenkmalamt. Auf diese Weise können nicht nur Ressourcen, sondern auch die Energie, die für Herstellung von Bestandteilen und Errichtung eines neuen Gebäudes verwendet würde, sowie die Entsorgung des alten Gebäudes eingespart werden.

Aktionstag seit 1998

Der Tag des Denkmals wird seit 1998 vom Bundesdenkmalamt koordiniert und ist der österreichische Beitrag zu den europaweit stattfindenden "European Heritage Days" unter Patronanz des Europarats und der EU. Vom ehemaligen französischen Kulturminister Jack Lang 1984 ins Leben gerufen, ermöglicht das - alljährlich am letzten Sonntag im September stattfindende - Fest der Denkmalpflege seit vielen Jahren die europaweite Vernetzung und Vermittlung in den Bereichen Kulturerbe, Denkmalpflege, Handwerk, Restaurierung und Konservierung.