Die Energiekrise drohte den Wiener Wintervergnügen auf dem Rathausplatz den Garaus zu machen. Nachdem es noch Ende September geheißen hatte, dass nicht sicher sei, ob der Eistraum stattfinden könne, machte sich manch einer bereits Sorgen um den Christkindlmarkt. Nun wurde immerhin verkündet: Der Christkindlmarkt wird stattfinden - inklusive Eislaufvergnügen bis einschließlich 8. Jänner 2023. Über den von 19. Jänner bis 5. März 2023 geplanten Wiener Eistraum ist hingegen noch kein Urteil gefallen, hieß es aus dem Büro von Stadtrat Peter Hanke auf Nachfrage der "Wiener Zeitung".

Der Christkindlmarkt soll ökologisch und energiesparend werden, verkündete Peter Hanke am Donnerstag. Das bedeutet, dass das weihnachtliche Funkeln heuer etwas sparsamer ausfallen wird: Die Beleuchtungsdauer wird täglich um rund eine Stunde verkürzt - es wird später ein- und früher ausgeschaltet. Mehr als 40 Bäume werden gar nicht erst beleuchtet. Zudem wurde die gesamte Beleuchtung auf stromsparende LED-Beleuchtungsmittel umgestellt.

Angst um altbekannte Attraktionen muss man jedoch nicht haben: Der Herzerlbaum, der Mistelzweigpavillon oder der Krippenpfad sind auch heuer zu bestaunen. Der 3.000 Quadratmeter messende Eistraum am Christkindlmarkt, der in den vergangenen beiden Jahren Corona-bedingt ausfiel, lädt bis 8. Jänner 2023 zum Eislaufen. Der Christkindlmarkt selbst wird 38 Tage lang geöffnet sein - etwa eine Woche kürzer als im Vorjahr. Startschuss ist am 19. November, Schluss am 26. Dezember.

Chancen für Eistraum
stehen 50:50

Auch für den Wiener Eistraum, dessen Beginn für 19. Jänner angesetzt ist, hat man sich bereits ein Sparkonzept überlegt, hieß es aus Hankes Büro. Von den 9.500 Quadratmeter der Vor-Corona-Zeiten wolle man die Fläche auf 8.500 Quadratmeter reduzieren. Durch diverse weitere Maßnahmen, wie etwa die Nutzung der Abwärme der Kälteanlage, sollen rund 20 Prozent der Energie im Vergleich zu den Vorjahren gespart werden. Doch ob der Eistraum tatsächlich stattfinden werde, sei noch nicht sicher, hieß es aus dem Stadtratbüro: "Die Chancen stehen 50:50."

Mehr Freiflächen sollen wiederum beim Christkindlmarkt 2022 verstärkt zum Verweilen einladen. Es wird um ein Drittel weniger Marktstände am Rathausplatz geben - nämlich 100. Jene Anbieter, die es auf den Markt geschafft haben, werden wie üblich Dekorationen, kleine Geschenke und allerlei Kunsthandwerk, aber auch Punsch, Glühwein, Maroni und Lebkuchen anbieten.

Dabei setzt man auf dem Rathausplatz auf Öko: Denn erstmals sollen alle Speisen und Getränke in Mehrweggebinden ausgegeben werden. Jeder Gastronomie-Stand muss außerdem entweder voll biozertifiziert oder zumindest mit einem der drei OekoBusiness-Wien-Prädikate "Natürlich gut Essen" ausgezeichnet sein, erklärte Hanke.

Zwei Drittel der Betreiber haben bereits einen Stand am Wiener Christkindlmarkt betrieben. 360 Bewerbungen erhielt man; die für eine transparente Vergabe geschaffene Kommission, in der Vertreter von Stadt Wien, Wirtschaftskammer Wien, Wirtschaftsagentur Wien und Stadt Wien Marketing GmbH saßen, beurteilte jede von ihnen, erklärte Neos-Gemeinderat Markus Ornig.

Drohungen und Betretungsverbote

Das blieb nicht folgenlos: Die Emotionen seien hochgekocht, rote Linien überschritten und ein Betreiber nach verbalen Drohungen mit einem Betretungs- und Annäherungsverbot belegt worden, erzählte Michael Draxler, Geschäftsführer der Stadt Wien Marketing GmbH, die heuer erstmals für die Umsetzung verantwortlich zeichnet.

Wirtschaftskammer-Wien-Präsident Walter Ruck betonte die ökonomische Komponente und hoffte auf eine Rückkehr zu den Zahlen des Vor-Corona-Jahres 2019. Damals hat es 4,6 Millionen Besucher auf den Christkindlmärkten gegeben, 100 Millionen Euro würden dadurch im Jahr erwirtschaftet werden.