Abfallhalle hat man früher dazu gesagt. Doch der 26 mal 45 Meter große und 9 Meter hohe Bau, den die Wiener Netze in Simmering errichten, nennt sich nun Wertstoffzentrum - und wird diesem Namen auch gerecht. Hier landen beispielsweise die alten Materialien, wenn irgendwo eine Stromleitung erneuert und getauscht wird. Doch einfach weggeworfen werden die Stoffe nicht. Vielmehr sieht man zu, den Mist zu Geld und somit zu etwas Wertvollem zu machen. Das Material wird sortiert und fürs Recycling weiterverkauft. Immerhin eine Million Euro verdienen die Wiener Netze daran im Jahr.

"Mit dem neuen Sammelzentrum für Wertstoffe wird nun ein weiterer Schritt in Richtung sparsamer Umgang mit Ressourcen und Kreislaufwirtschaft gesetzt", erklärte der Stadtrat für die Wiener Stadtwerke, Peter Hanke, beim Spatenstich der Halle dieser Tage in Simmering. Die Halle wird auf dem Gelände der Wiener Netze nahe der Bahnstraße entstehen. Die veranschlagten Kosten dafür belaufen sich auf 6,8 Millionen Euro.

85 Prozent wiederverwertet

Mehr als 2.000 Tonnen gewerblicher Abfälle kommen jedes Jahr bei den Wiener Netzen zusammen. Es ist ein Mix aus Resten aller Sparten des Unternehmens: Strom, Gas, Fernwärme Telekommunikation. Fast 85 Prozent davon werden wiederverwertet. Die verbliebenen 15 Prozent müssen kostenpflichtig entsorgt werden. Dazu gehört beispielsweise Altöl. "Unterm Strich bleibt dann ein Erlös in Höhe von einer Million Euro", erklärt Kerstin Kugler, Leiterin der Abfallwirtschaft bei den Wiener Netzen.

Doch wie hilft dabei die neue Halle? Sie soll für mehr Effizienz und somit am Ende auch für mehr Erträge sorgen, erklärt Kugler. In der neuen Halle können alle 13 Mitarbeiter aus dem Bereich an einem Standort zusammen arbeiten und die bereits vorsortierten Abfälle händisch nachsortieren.

"Die Abfälle werden meist schon auf den Baustellen getrennt und in Mulden für den Abtransport bereitgestellt", sagt Kugler. Die Art und die Menge des Abfalls werden dann noch vor Ort digital erfasst. "Durch QR-Codes auf den Mulden kann - beim Eintreffen auf dem Gelände der Wiener Netze - die genaue und gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation lückenlos und rasch erfolgen", so Kerstin Kugler. Vor der neugestalteten Halle wird es dann auch noch eine Waage geben, mit der die bereits auf den Baustellen geschätzten Mengen überprüft und festgehalten werden.

So entgeht dann auch kein Gramm an den "Wertstoffen". Steigen letztlich die Einnahmen wie erwartet, wird sich dann auch bald der Bau der neuen Halle rentiert haben.