Am Flughafen Wien wird gestreikt. Bei der Flughafen-Tochter Vienna International Airport Security Services (Vias) findet heute, Dienstag, ab 9 Uhr eine Betriebsversammlung statt. Die Gewerkschaft will dabei über ihre Lohnforderungen im Rahmen von Sonder-Kollektivvertragsverhandlungen informieren. Auch das Flughafen-Sicherheitspersonal am Flughafen Innsbruck und am Flughafen Graz hält am Dienstag ab 10 Uhr Betriebsversammlungen ab. Zumindest in Wien dürften die Auswirkungen auf die Passagiere allerdings überschaubar sein. Laut Auskunft des Flughafens wird der Streik lediglich etwa eine Stunde dauern.

Die Betriebsversammlung dürfte laut Flughafen etwa eine Stunde dauern. - © apa / Roland Schlager
Die Betriebsversammlung dürfte laut Flughafen etwa eine Stunde dauern. - © apa / Roland Schlager

"Die Teuerung hat extrem zugeschlagen, es kündigen viele Kolleginnen und Kollegen, weil sie nicht mehr wissen, wie sie ihre laufenden Rechnungen begleichen sollen, wie sie mit diesem Hungerlohn auskommen sollen", sagt Walter Burianek, Vias-Betriebsratsvorsitzender am Flughafen Wien. Der Einstiegsstundenlohn bei der Wiener Flughafensicherheit betrage aktuell 9,94 Euro brutto, das macht 1.722 Euro brutto bei 40 Wochenstunden. Der Vorsitzende des Fachbereichs Luftfahrt in der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft Vida, Daniel Liebhart, ergänzt: "Wenig Lohn also, obwohl die Sicherheitskontrolle sehr anspruchsvoll und mit hoher Verantwortung verbunden ist. Wir wollen daher, dass die Passagierkontrolle nicht länger der größte Niedriglohnbereich in der österreichischen Luftfahrt bleibt und fordern eine Angleichung des Lohnniveaus an jenes auf deutschen Flughäfen." Bei den nördlichen Nachbarn werden die Löhne für Flughafen-Kontrollorgane bis April 2023 auf einen Stundenlohn von 20,60 Euro brutto harmonisiert.

Zu schaffen macht Vias auch die hohe Personalfluktuation. Nur wenige Beschäftigte bleiben länger als vier Jahre. Die Vias beschäftigt derzeit 950 Mitarbeiter, die rund um die Uhr die Sicherheitskontrollen von Passagieren und Handgepäck durchführen. Vor der Pandemie waren es 1.300 Beschäftigte. "Das bedeutet, auch der Arbeitsdruck und die Überstunden für die Belegschaft sind enorm gestiegen, denn das Fluggeschäft nach den beiden Pandemiejahren ist seit dem heurigen Sommer längst wieder massiv angelaufen", erklärt Burianek.

"Auch auf den Bundesländerflughäfen muss es beim Lohn Richtung Deutschland, also Richtung 3.000 Euro brutto im Monat gehen", fordert Gernot Kopp, Verhandlungsleiter für das Bewachungsgewerbe in der Vida. Für das Sicherheitspersonal auf den Bundesländerflughäfen gilt im Unterschied zur Vias in Wien der Kollektivvertrag für das Bewachungsgewerbe. Für Freitag, 25. November 2022, ist eine weitere Betriebsversammlung ab 11:30 Uhr am Flughafen Salzburg geplant.

Es habe bereits konstruktive Gespräche im Rahmen der Sonder-Kollektivvertragsverhandlungen gegeben, hieß es in Wien von Seite der Gewerkschaft und des Flughafens. Von daher dürften die Reisenden durch die Betriebsversammlung am Dienstag nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden.