Die Wiener Beherbergungsbetriebe blicken zufrieden auf das bisherige Jahr. Wie Wien Tourismus am Montag mitteilte, lag die Auslastung der Hotels und Pensionen im Oktober nahezu auf vorpandemischem Niveau. 1,33 Millionen Nächtigungen wurden gebucht - das sind um 40 Prozent mehr als im Oktober 2021 und entspricht 85 Prozent der Oktober-Nächtigungen des Jahres 2019. Die mit Abstand meisten Buchungen kamen von Gästen aus Österreich (283.000 beziehungsweise plus 19 Prozent) und Deutschland (280.000, plus 19 Prozent). Dahinter folgten Nächtigungen aus den USA (76.000, plus 122 Prozent) und Italien (61.000, plus 59 Prozent).

Erstmals seit Ausbruch der Pandemie wurde im Jahr 2022 wieder die Zehn-Millionen-Marke geknackt. Von Jänner bis Oktober zählte die Stadt 10,5 Millionen Nächtigungen. Beim Netto-Nächtigungsumsatz der Wiener Beherbergungsbetriebe handelte es sich im September mit rund 103 Millionen Euro erstmals seit 2019 wieder um einen dreistelligen Millionenbetrag. Zwischen Jänner und September erwirtschafteten sie rund 574 Millionen Euro und damit um 214 Prozent mehr als im gleichen Neunmonatszeitraum 2021. Die durchschnittliche Auslastung der Hotelbetten stieg heuer im Oktober im Jahresabstand von 43,2 auf 54,6 Prozent, jene der Zimmer von rund 56 auf 71 Prozent. Im Zeitraum Jänner bis Oktober 2022 erhöhte sich die Bettenauslastung gegenüber der Vorjahresperiode von 24,9 auf 44,7 Prozent, die Zimmerauslastung wuchs von rund 32 auf 58 Prozent.

Hoffnung Adventmärkte

Der Höhenflug scheint auch in der Weihnachtszeit nicht zu enden. Trübte die Wirtschaftskammer Wien vor zwei Wochen noch die Stimmung, gibt sie nun Entwarnung. "Vor 14 Tagen gingen wir von einer niedrigen Auslastung von 60 Prozent aus. Nun erreichen wir mit Sicherheit 70 Prozent, in der Innenstadt sogar über 80 Prozent", sagt Dominic Schmid, Obmann der Wiener Hoteliers in der Wirtschaftskammer gegenüber der "Wiener Zeitung". Die relativ spontanen Buchungen im Advent machen eine Vorhersage schwierig. Zimmer würden im Schnitt erst sieben Tage vor der Anreise gebucht werden.

Schuld an den zögerlichen Buchungen ist laut Dominic Schmid die Teuerung, insbesondere bei den Energiepreisen: "Da merkt man, dass da ein bisschen Angst herrscht, was noch auf die Leute zukommen wird, wie hoch die Abrechnungen sein werden, das schlägt sich im Buchungsverhalten nieder."

Im Dezember kommen die Menschen vor allem wegen der Adventmärkte nach Wien. Sie seien nach wie vor ein Zugpferd. Sehr viele Besucherinnen und Besucher würden aus den anderen Bundesländern oder den Nachbarstaaten in die Stadt kommen. Hier könnte es "noch einen Push geben", so Schmid. Die Branche sei jedenfalls sehr dankbar, dass es eine Zusammenarbeit mit den Weihnachtsmärkten gebe.

Vergangenes Wochenende eröffneten mit den Christkindlmärkten am Rathaus- und Karlsplatz die letzten großen Märkte der Stadt. Sie waren vor allem am Sonntag gut besucht.