Das Nachbarschaftsservice Wohnpartner baut im neuen Jahr den Kontakt mit den Gemeindebau-Bewohnern weiter aus. Neben speziellen Angeboten für Frauen und der Einzugsbegleitung wird Energiesparen ein Schwerpunktthema 2023, wie Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál am Dienstag bekannt gab.

Die Wohnpartner stehen laut Gaál rund 500.000 Gemeindebau-Mietern mit Rat und Tat zur guten Nachbarschaft zur Verfügung und vermittelt bei auftretenden zwischenmenschlichen Konflikten und Problemen. Eines der Schwerpunktthemen 2023 der Wohnpartner sei die Unterstützung von Frauen. Im Vorjahr wurden bei der bislang größten Wiener Frauenbefragung "Wien, wie sie will" die Wünsche und Bedürfnisse von Frauen und Mädchen in Wien erfasst. Dabei sei herausgekommen, dass sich insbesondere Alleinerzieherinnen sehr belastet fühlen und sich Frauen generell mehr Zeit für Freizeitaktivitäten, Sozialkontakte und für sich selbst wünschen.

Deshalb reagiere man auf diese Ergebnisse und werde die gemeinschaftsbildenden Aktivitäten und Beratungen speziell für Frauen verstärken. Zudem sollen Rückzugsräume für Frauen in den Wohnpartner-Grätzl-Zentren beziehungsweise Lokalen und Gemeinschaftsräumen geschaffen und Beratungen zum Thema Gesundheit gestartet werden, betonte Gaál.

Fortgesetzt soll auch der Kochkurs für Männer in der Donaustadt werden - zum monatlichen Kochen und Vernetzen. In Sachen Weiterbildung beziehungsweise Aufstiegschancen hat die Stadträtin in Zusammenarbeit mit der VHS und dem waff entsprechende Angebote wie etwa Frauenberatungstage angekündigt.

Einzugsbegleitung

Aufgrund der großen Nachfrage werde an den 29 Wohnpartner-Standorten (Lokale und Grätzl-Zentren) sowie direkt in den Gemeindebauten im Rahmen einer mobilen Tour die Beratung über soziale Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen der Stadt Wien intensiviert. "Darüber hinaus wird angesichts der massiv gestiegenen Kosten für Strom und Gas auch ausführlich zum Themenkomplex Energiesparen, Klimaschutz und Dekarbonisierung im Haushalt informiert, so Gaál.

Bei knapp 600 neuen Gemeindebau-Wohnungen an sechs Standorten soll auch die Einzugsbegleitung zum Einsatz kommen. Bei rund 520 bereits bestehenden Wohnungen werde diese fortgesetzt. Zur Einzugsbegleitung gehören u. a. die Etablierung von Kommunikationsstrukturen zwischen Bewohnern, Hausverwaltungen und sozialen Einrichtungen vor Ort; die partizipative Entwicklung von Nutzungsstrukturen für Gemeinschaftsflächen sowie die Vermittlung bei Konflikten.

"Ziel ist es, eine aktive Nachbarschaft zu ermöglichen und zu unterstützen", erklärt die Wohnbaustadträtin. Gemeinschaftsräume in Städtischen Wohnhausanlagen könnten als dabei zusätzliche Wohnpartner-Stützpunkte fungieren, so Gaál.(rös)