Bis spät am Mittwoch eifrig gewerkt: Rund 350 Personen sind schon seit 27. Dezember 2022 in mehreren Schichten an den Arbeiten für das Eislaufvergnügen beteiligt, das heute, Donnerstag startet und bis einschließlich 5. März, täglich von 10 bis 22 Uhr, geöffnet hat. Damit stehen den Wienern insgesamt 46 Tage für ein sportliches Wintererlebnis zur Verfügung - und das mit weitreichenden Maßnahmen zur Einsparung von Energie:

Die Eisfläche am Rathausplatz, die vergangenes Jahr mit 9.500 Quadratmeter so groß wie nie zuvor war, wird aufgrund der gegenwärtigen Energiesituation heuer ganz bewusst um etwas mehr als 10 Prozent reduziert und erstreckt sich heuer über rund 8.500 Quadratmeter, heißt es vonseiten der Stadt Wien. Die Reduktion werde einerseits durch den Wegfall der Eisstockbahnen, aber auch durch die Optimierung der Eispfade im Rathauspark erreicht.

Neues Energiemanagement

Der seit 2019 existierende "Skyrink" - eine mit einer Rampe erreichbare Eisfläche im ersten Stock - bleibe aber ebenso erhalten wie die kostenlose Eisfläche für Kinder, wurde im Vorfeld versichert. Bestehen bleibe auch die Gratis-Schulaktion, die jährlich von bis zu 45.000 Kindern in Anspruch genommen werde. Die Schulaktion kann von allen Wiener Kindergärten, Horten und Schulen in Gruppen beziehungsweise im Klassenverband an Schultagen von 10 bis 16 Uhr in Anspruch genommen werden. Eine Voranmeldung ist nicht nötig.

Um Energie zu sparen, wurde die für die Eisflächenkühlung verantwortliche Kältesystemtechnik optimiert und erneuert. Ein neues Steuerungstool ermögliche unter Verwendung von Algorithmen aus verschiedenen Parametern eine objektive Überwachung. So können zwei Kältemaschinen eingespart und ein Großteil der eingesetzten Energie in einen Energiekreislauf eingespeist werden, heißt es in einer Aussendung.

Die von den Kältemaschinen erzeugte Abwärme heize wiederum den gesamten Bereich des Schlittschuhverleihs, wo rund 2.000 Paar Schuhe getrocknet und vorgewärmt werden. Damit können laut Stadt rund 90 Prozent der Energie, die bislang für den Schlittschuhverleih eingesetzt werden, eingespart werden. Die Abwärme könne ferner verwendet werden, um den Schnee zu schmelzen, der durch den Abrieb der Eisläufer und die Reinigung des Eises entsteht. Die Schneeschmelzanlage verhindere, dass der Schnee durch Lkw abtransportiert werden muss. Die neue Eistechnologie erlaube es zudem erstmals, die Eisflächen graduell zu kühlen. So sei es möglich, auch an wärmeren Tagen ein befahrbares Eis zu gewährleisten, ohne dass die Kühlung mit maximalem Energieaufwand erfolgen muss - eine Maßnahme, die 25 Prozent des bisherigen Energieverbrauchs einspare.

Reflektierende Schläuche

Weiters seien die rund 377.000 Meter Kühlschläuche in weißer statt in schwarzer Farbe produziert worden, wodurch das Sonnenlicht reflektiert statt absorbiert werde. Und ein größerer Innendurchmesser sorge für einen geringeren Strömungswiderstand. 15 Prozent des ursprünglichen Energieverbrauchs können so laut Stadt eingespart werden. Außerdem sei die gesamte Standardbeleuchtung schon vor Jahren auf stromsparende LED umgestellt worden - und der Strom für den gesamten Eistraum werde ausschließlich aus Wasserkraft bezogen. Damit erwarte man sich einen Stromverbrauch von deutlich weniger als 1 kWh pro Besucher.