Brüssel/Wien. Lungengesundheit ist nicht nur das überragende Thema der diesjährigen Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖPG), die bis Samstag in Wien statt findet. Am Dienstag wurde in Brüssel von der Europäischen Lungen-Stiftung und von der Europäischen Pneumologengesellschaft (ERS) ein von den Spezialisten erarbeitetes Dokument zur Zurückdrängung der Lungenerkrankungen präsentiert.

"Lungenerkrankungen verursachen derzeit jährliche Aufwendungen von 100 Milliarden Euro und gefährden die Europa 2020-Strategie mit dem Ziel, dass 75 Prozent der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter eine Beschäftigung haben und produktiv tätig sind", hieß es am Dienstag in einer Aussendung der Europäischen Lungen-Stiftung (ELF). Dem EU-Rat, der EU-Kommission und dem EU-Parlament präsentiert wurde eine "Roadmap" mit Handlungsvorschlägen für die kommenden zehn Jahre. Darunter befindet sich die Forderung nach einem Aktionsplan gegen chronische Erkrankungen inklusive der Lungenkrankheiten, deutlich mehr Forschungsmittel in diesem Bereich, eine schnellere Umsetzung der Maßnahmen zur Tabak-Kontrolle, Schritte gegen Luftverschmutzung und Klimawandel sowie ein besserer Zugang für Lungenkranke zur adäquaten medizinischen Versorgung.

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ERS-Präsident Marc Decramer: "Die jährlichen Kosten von 100 Milliarden Euro, die durch Lungenerkrankungen verursacht werden, sind nachhaltig nicht finanzierbar." Schnelle und umfassende Maßnahmen seien in der EU notwendig.