Wien. (rös) Der Ansturm auf die Scheckkartenführerscheine hat sich wieder gelegt: Musste das Verkehrsamt in Wien am Montag noch 500 Anträge bewältigen, waren es am Dienstag nur noch 184. "Die Information darüber, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt hat, dürfte gewirkt haben", erklärte Polizeisprecher Manfred Reinthaler.

Die Antragsteller dürften nämlich geglaubt haben, noch schnell eine unbefristete Lenkberechtigung ergattern zu können. Für Reinthaler "eine Fehlinterpretation der neuen EU-Führerscheinrichtlinie". Denn laut dieser gilt: Alle vor dem 19. Jänner 2013 ausgestellten Führerscheine verlieren am 18. Jänner 2033 ihre Gültigkeit. Spätestens dann müssen sie gegen Scheckkartenführerscheine umgetauscht werden. Alle nach dem 19. Jänner 2013 umgetauschten Berechtigungen gelten dann nur 15 Jahre.

Und der für die Lenker wahrscheinlich wichtigste Punkt: Es müssen keinerlei Tests absolviert werden. Denn die Empfehlung der EU, eine Verlängerung der Führerscheine von Gesundheitsüberprüfungen abhängig zu machen, wurde vom Verkehrsministerium nicht aufgegriffen. Auch Zwangsmaßnahmen für Senioren sind nicht vorgesehen.