Wien. (bs) Es ist wahrscheinlich jedem schon mal passiert: zu eng um die Ecke gegangen und schon ist ein ahnungslos entgegenkommender Mensch unabsichtlich angerempelt. Oder man hat die Fußgänger auf dem Weg über dem Zebrastreifen zu spät entdeckt. Oder ist in der Hektik schnell vor dem anfahrenden Bus über die Straße gelaufen. Alles Situationen, die zu Frustration und Stress im Straßenverkehr führen. Mit der Kampagne "tschuldigen" plädiert Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou nun für mehr gegenseitigen Respekt und Gelassenheit. "In Situationen, wo beide das Gefühl haben, im Recht zu sein, ist es besser, etwas vom Gas zu gehen - im übertragenen wie auch im realen Sinn - und sich zu entschuldigen", so Vassilakou.

Gemeinsam mit Vertretern von Beteiligten am Straßenverkehr wie dem Kuratorium für Verkehrssicherheit, den Autofahrerklubs, Argus, Walk Space, Taxi-Innung, Wiener Linien, Inline-Skate-Verband und anderen wurden in Workshops über den Winter die Grundlagen für diese "Sensibilisierungskampagne" entwickelt. Dabei geht es darum, die Verkehrsteilnehmer dafür zu sensibilisieren, sich in Stress-Situationen zurückzunehmen und eine angespannte Situation mit einem "tschuldigen" aufzulösen. Ein Flugblatt mit reflektierenden Aufklebern erklärt auch genau wie es geht: vom leichten Anheben der Schultern über einen freundlichen Gesichtsausdruck und dem Heben der offenen Hand bis hin zum "tschuldigen".

Ein Thema wurde besonders herausgegriffen, das in Zeiten steigenden Radverkehrs immer wieder angesprochen wird: das Fahrradfahren auf Gehsteigen. Während es bei den anderen Bereichen um mehr Rücksichtnahme geht, ist dieses Verhalten auch tatsächlich verboten.

Die Kampagne, die rund 338.000 Euro kostet, wird von der Agentur "Factum" wissenschaftlich begleitet und organisiert. Am 1. Juni 2012 startet die Kampagne mit einem breiten Medienmix bestehend aus Promotions, Plakat- und Printsujets sowie Social Media Aktivitäten. Im Herbst kommt ein speziell entwickelter Teil an die Schulen.