Wien. Die ersten Gutachten der Sachverständigen nach dem Brand auf der Baustelle der neuen Wiener Wirtschaftsuniversität (WU) Mitte Mai in der Leopoldstadt liegen vor. Die obersten zwei Geschoße und die Decke des zweiten Obergeschoßes des Gebäudeteils W2 müssen demnach abgebrochen werden, berichtete die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) am Freitag in einer Aussendung. "Das betrifft ziemlich genau ein Prozent der Gesamtnutzfläche der neuen WU" sagte BIG-Pressesprecher Ernst Eichinger zur APA. Die neue WU besteht insgesamt aus rund 100.000 Quadratmetern.

Schäden am tragenden System
Flämmarbeiten haben am 10. Mai 2012 höchstwahrscheinlich den Brand ausgelöst. Betroffen waren das fünfte und sechste Obergeschoß des Bauteils West, einem von insgesamt sechs Bauteilen. Es entstanden Schäden an der Bauteilaktivierung und am tragenden System. Erste Einschätzungen vor zwei Wochen ergaben noch bis zu drei abzubrechende Geschoße. Inzwischen wurden Bauteilaktivierung, Statik, Schadstoffrückstände und Beton untersucht.

Derzeit werden laut Aussendung weiterhin die Brandrückstände gereinigt. In rund zwei Wochen soll mit dem Abbruch begonnen werden. Die Höhe des Schadens wird laut Eichinger weiterhin auf zwei bis drei Millionen Euro geschätzt. Die genaue Höhe wird derzeit von den Sachverständigen der Versicherungen ermittelt. Durch Straffung der Zeitpläne und Nutzung der Zeitreserven kann der Übergabetermin laut BIG eingehalten werden. Die WU wird aus heutiger Sicht wie geplant im Sommer 2013 übersiedeln, hieß es. Weiterhin ausständig ist das polizeiliche Gutachten zur genauen Brandursache.