Das Sonnwendviertel entsteht auf den ehemaligen Wegen. - © Urban
Das Sonnwendviertel entsteht auf den ehemaligen Wegen. - © Urban

Wien. Der Transport von Waren und Personen ist auf dem Gebiet der derzeitigen Hauptbahnhof-Baustelle schon seit Jahrhunderten Thema. Das zeigen die Ausgrabungen, die die Wiener Stadtarchäologie vom 30. August bis 7. November 2011 im Boden des Geländes durchgeführt hat - und deren Ergebnisse nun in einer Ausstellung präsentiert werden.

Die infrastrukturellen Hinterlassenschaften aus früheren Zeiten wie alte Straßenschotterungen, die bei den Ausgrabungsarbeiten gefunden wurden, wiesen auf Straßen und Wege aus verschiedenen stadtgeschichtlichen Epochen hin, die dort entlang führten. Einer davon war der sogenannte Simmeringer Weg, der die Dörfer Simmering und Meidling verband - der Vorgänger der heutigen Gudrunstraße.

Viel benutzt, wie Radspuren und verlorene Hufeisen zeigten, war auch der Weg zum Belvedere, der vom "Simmeringer Weg" nach Norden abzweigte. Auch ein alter Wasserweg konnte aus der Vergangenheit geholt werden. Die Urselbrunnenleitung brachte Wasser über die Gudrunstraße zum Schwarzenbergschen Garten, wo es unter anderem für die dortigen Wasserspiele genutzt wurde.

Ausstellung bis 27. März


Die Ausstellung ist ab heute und bis 27. März im "Bahnorama"-Turm am Hauptbahnhof zu sehen. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, der die Ausstellung am Dienstagabend eröffnete, meinte: "Die Ausstellung zeigt deutlich, dass das derzeit größte Stadtentwicklungsprojekt Wiens rund um den zukünftigen Hauptbahnhof viele kulturelle Facetten in sich trägt. Historische, aber auch zeitgemäße. Das unterstreichen auch die in unmittelbarer Nähe zum Projekt gelegenen Kultur-Adressen wie 21er Haus, Belvedere, Heeresgeschichtliches Museum und Ankerbrotfabrik."

Bis zum Bau des Hauptbahnhofs kam die Bahn ihrer Aufgabe als Transporteur auf diesem Gelände nach. Aktuell entsteht nun auf den Grabungsflächen der Stadtarchäologie das zukünftige Sonnwendviertel. Das Wohnquartier rund um den sieben Hektar großen (geplanten) Helmut-Zilk-Park wird mit seinen über 5000 neuen Wohnungen etwa 14.000 neuen Bewohnern Platz bieten. Bereits heuer werden die ersten Mieter in ihr neues Zuhause einziehen. Zusammen mit dem ebenfalls neuen Bildungscampus für rund 1100 Kinder und Jugendliche entsteht so ein neuer Stadtteil Favoritens.