Wien. Schön, dass am Sonntag die Sommerzeit beginnt - da ist es am Abend eine Stunde länger hell beim Schneeschaufeln. Der eiskalte März mit seinen späten Frosttagen, wie sie noch kaum jemals zuvor registriert wurden, wird aber den Wienern das Lachen noch austreiben - spätestens beim Blick auf die nächste Heizkostenabrechnung.

Zwar rechnen die Energieversorger anhand der langjährigen Statistik vor, dass es eh nicht gar so schlimm war: "Der jetzt kältere März gleicht den wärmeren November und Jänner aus", beruhigt Wien-Energie-Sprecher Christian Ammer, "wir haben heuer gar keinen außergewöhnlich kalten Winter."

Bis Ende Februar war es sogar wärmer als im Vorjahr

Der heurige März sei zwar sehr kalt gewesen, in Summe sei der Winter aber nur geringfügig kälter gewesen als der vorangegangene, daher würden sich die Heizkosten kaum verändern, sagt auch der Sprecher des niederösterreichischen Versorgers EVN, Stefan Zach. Gegenüber dem Vorjahr sei der heurige Winter - gemessen an der Heizgradsumme - durch den kalten März um 3 Prozent kälter gewesen als der vorangegangene und um 2 Prozent kälter als im 15-Jahres-Durchschnitt. Bis Ende Februar war es sogar um 2 Prozent wärmer als im Vorjahr.

Dezember, Jänner und Februar sind für die Heizsaison und damit auch die Kosten üblicherweise die entscheidenden Monate. Laut Wien Energie war es im Oktober, November und Februar wärmer als im Jahr davor, im Dezember, Jänner und März kälter. Die Heizgradsumme ist eine Messzahl für den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke. Für die Fernwärmekunden werde sich der kühlere März ähnlich auswirken wie für die Gaskunden. In Wien heizen mehr als 50 Prozent der Haushalte mit Gas und rund 36 Prozent mit Fernwärme.

Ein Gaskunde der Wien Energie mit einem Jahresdurchschnittsverbrauch von 10.700 Kilowattstunden (kWh) wird in der bisherigen Heizsaison heuer durch den kälteren März nur um 11 Euro (preisbereinigt) mehr zahlen als im Vorjahr, so die Wien Energie auf Basis der Daten von 1. Oktober bis 24. März.

Danach kamen aber noch einmal drei richtige Eistage - wie es sie in den Wetteraufzeichnungen der Hauptstadt noch nie gegeben hat. Und in zahlreichen großen Bürohäusern, wo die Thermostate nach Kalender schon heruntergeregelt waren, war es am Montag viel zu kalt.

Insgesamt stieg die Energierechnung der österreichischen Haushalte im abgelaufenen Jahr laut Energieagentur um 5,5 Prozent an. Mehr als 12,7 Milliarden Euro gaben die Haushalte für Energie aus - das sind im Schnitt monatlich rund 288 Euro. Mehr als 50 Prozent der Energiekosten entfielen allerdings auf Autotreibstoffe, rund 26 Prozent auf Raumwärme und Warmwasser und mehr als ein Fünftel auf Strom.

E-Control: Einsparpotenzial beim Wechsel des Anbieters

Angesichts der steigenden Preise hofft nun der heimische Energieregulator E-Control, dass die bisher ziemlich wechselfaulen Österreicher in Bewegung kommen und das durchaus beträchtliche Einsparpotenzial beim Wechsel des Strom- oder Gasanbieters tatsächlich nutzen.

Vor allem auf dem Gasmarkt ist zuletzt Bewegung aufgekommen. Seit Liberalisierung des Erdgasmarktes in Österreich vor gut zehn Jahren haben im Durchschnitt pro Jahr nur 11.600 Österreicher den Gasversorger gewechselt.

Gestern zog der neue deutsche Erdgaslieferant Montana nach vier Monaten eine positive Bilanz. Seit dem Markteintritt in Österreich Mitte November 2012 konnte das bayrische Familienunternehmen bereits 10.000 Kunden gewinnen - "ein Meilenstein im immer noch verschlafenen österreichischen Erdgasmarkt", so Montana-Österreich-Geschäftsführer Clemens Wodniansky: "Bis zu 260 Euro Einsparung pro Jahr sind möglich."