Ratheiser, Tschannett und Wolfgang Gepp lernten sich bei ihrem Meteorologie-Studium an der Uni Wien kennen. Eine Karriereplanung hätte es nicht gegeben, sagt Ratheiser. Im ersten Abschnitt des Studiums musste er sich noch durchbeißen, aber das hätte sich ausgezahlt. Er erzählt vom Praktikum in Ballonfahren. Da sei es wichtig gewesen, Wettervorhersagen für einen speziellen Bereich zu treffen, genauso wie bei der Flugmeteorologie am Segelflugplatz. Dort spürte man gleich aufgrund der Turbulenzen beim Flug, wenn man sich vermessen hatte. Die Prognosen gingen weit über den Wetterbericht im Radio hinaus. "Die Segelflieger fragen, wo die Wolkenuntergrenze sei und welche Hänge von der Thermik her am besten seien."

Trotz des spannenden Studiums waren die Entwicklungsmöglichkeiten an der Uni für die drei Meteorologen unbefriedigend. Ein Grund dafür war die Regelung, dass man als wissenschaftlicher Mitarbeiter höchstens sechs Jahre an der Uni bleiben darf. Da auch die Aussicht auf einen Job für die Wettervorhersage bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) "nicht das Wahre" war, entschieden sie sich für die Selbständigkeit.

Wien sei ein sehr spannender Ort für einen Meteorologen, so Ratheiser. Die Alpen haben genauso Einfluss auf das Wetter, wie das Donautal und die Wiener Pforte zwischen Leopoldsberg und Bisamberg. Im Sommer heizen sich die Alpen auf, der Wind wird vom Gebirge aus Wien angesaugt. Deswegen gibt es an heißen Sommertagen in Wien einen starken Südost-Wind, erzählt Tschannett.

Der hohe Windanteil von Wien hat auch Vorteile, da Schadstoffe weggeblasen werden. In Graz oder Linz sei der Anteil hingegen sehr gering. Man möchte den vorhandenen Wind daher nicht abschwächen, um die Frischluftversorgung zu gewährleisten. Bei der Arbeit mit Kunden sei es wichtig herauszufinden, was sich dieser unter Windkomfort vorstelle. Im Museumsquartier sei es im Sommer extrem heiß, das brächte aber Vorteile für die erste Nachthälfte. Wenn es außerhalb bereits zu kühl sei, könne man im MQ noch bei angenehmen Temperaturen sitzen.

Wissen: Mingo-Awards

Die Mingo-Awards werden am 23. April in den Kategorien "Unternehmensgründung", "Produkt- und Leistungsangebot", "Gesellschaftliche Vielfalt" und "Wachstumsorientierte Unternehmen" vergeben. "Weatherpark" wurde für "Produkt- und Leistungsangebot" nominiert. Mingo ist ein Serviceprogramm der Wirtschaftsagentur Wien speziell für die Kleinsten der Wirtschaft. Die "Wiener Zeitung" wird bis zur Preisverleihung über nominierte Firmen berichten.