Werner Holub (r.) lehrt das federleichte Schweben mit den motorisierten Einrädern. - © Brnada
Werner Holub (r.) lehrt das federleichte Schweben mit den motorisierten Einrädern. - © Brnada

Wien. Marty McFly würde es wahrscheinlich gut finden. Den Helden aus dem Film "Zurück in die Zukunft" würde es wohl an sein schwebendes Skateboard aus der Science-Fiction-Trilogie erinnern. Im zweiten Teil des Filmklassikers brettert der Zeitreisende McFly nämlich darauf über die Straßen der Zukunftsversion seiner Heimatstadt. Und genauso wie bei McFlys legendärem Hoverbord scheint man sich auch auf dem City Wheel in ein schwebendes Wesen aus einer anderen Zeit zu verwandeln.

Wer auf dem City Wheel fährt, dem ist das Staunen der Passanten der Prater Hauptallee sicher. Ausgewachsene Männer bleiben stehen, kleine Kinder kriegen Angst, denn zu ungewohnt und zu futuristisch ist der Anblick dieser Art der Fortbewegung: Das neuartige Vehikel ist ein elektronisch betriebenes Einrad, man rollt darauf gleichmäßig und vollkommen geräuschlos dahin, sodass man damit aussieht wie ein levitierender Geist.

Eingefasst in einer runden Schale aus hartem Plastik mit Griff am oberen Ende, erinnert es "Männer an eine Kabeltrommel und Frauen an eine fahrende Handtasche", scherzt Werner Holub, der Mann, der das City Wheel nach Österreich brachte. Er ist mit zwei Mitarbeitern in die Prater Hauptallee gekommen, um zu zeigen, auf welche Weise das motorisierte Einrad funktioniert.

Das Interesse sei groß, meint Holub, für den nächsten Vorführtermin hätten sich wieder zehn Teilnehmer angemeldet. Eigentlich ist Holub Geschäftsführer eines Elektrikerbetriebs im nahegelegenen Leopoldstädter Czerninviertel. Er trägt getönte Brillengläser und kariertes Hemd, er ist ein bodenständiger 45-Jähriger, der mit derlei Geräten eigentlich nichts am Hut hatte.

"Beim Fernsehen", erzählt Holub, "stieß ich vergangenes Jahr zufällig auf einen Bericht bei ,National Geographic‘ über das City Wheel in den USA." Seitdem habe ihn die Idee nicht mehr losgelassen, nun will er damit die Gehsteige der Stadt erobern.

Als erster Anbieter in Österreich vertreibt Holub zwei unterschiedliche Modelle, für die man derzeit tief in die Tasche greifen muss: Das günstigere Gerät um 1450 Euro ist für längere Strecken gedacht, man kann mit ihm bis zu 20 Kilometer zurücklegen. Das Zweite gibt es für 1899 Euro, es ist was "für Hobbyakrobaten, die gerne experimentieren".

Zwei Stunden, um das Fahren zu erlernen


Rund 50 Stück habe Holub seit Anfang Juni insgesamt verkauft, sagt er. Das City Wheel ist ein weiteres Fortbewegungsmittel, das ganz im Zeitgeist für umweltfreundliche und individuelle Mobilität steht. Ähnlich dem Tretroller vor einigen Jahren hat das rund 13 Kilo schwere Gerät zudem das Potenzial, sich als urbane Kutsche für smarte Anzugträger zu etablieren.