Wien. Am Wiener Hauptbahnhof entsteht derzeit eine der größten Ganztags-Bildungseinrichtungen der Bundeshauptstadt. 1100 Kinder bis 14 Jahre sollen ab Herbst 2014 am Campus im Sonnwendviertel (Favoriten) spielen beziehungsweise die Schulbank drücken, betreut von rund 200 Pädagogen. Elf Kindergartengruppen, 17 Ganztagsvolksschulklassen und 16 Klassen nach dem Modell Neue Mittelschule wird das Areal beherbergen. Am Donnerstag wurde unter Beisein von Politprominenz die Dachgleiche gefeiert.

Man befinde sich sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen, versicherte der zuständige Stadtrat Christian Oxonitsch. 79 Millionen Euro werden in die Hand genommen. "Old school" will man keinesfalls sein. Schließlich versteht die Stadt den Bau als Vorzeigeprojekt.

Denn nicht nur sind hier Kindergarten, Volksschule und Neue Mittelschule erstmals an einem Standort konzentriert, sondern auch architektonisch beziehungsweise in Sachen Raumstruktur sollen neue Pfade beschritten werden. Rückzugsorte, eine große Mensa, ein mehrfach unterteilbarer Turnsaal und großzügige Außenräume sollen das Arbeiten und Lernen am 20.000 Quadratmeter großen Campus so angenehm wie möglich machen.

Für das Konzept zeichnet die Wiener Architektengruppe PPAG verantwortlich, die sich gegen 101 Mitbewerber durchgesetzt hat. Im Juni 2012 erfolgte der Spatenstich, nach den Sommerferien 2014 soll dann alles fertig sein. Der Bildungscampus Hauptbahnhof ist der inzwischen vierte seiner Art in Wien. Neben einem zweiten Standort in Favoriten gibt es ähnlichen Einrichtungen auch in Floridsdorf und der Leopoldstadt. In den nächsten Jahren sollen weitere Campusschulen dazukommen.