Die Volkshochschulen sind laut Tanja Wehsely für diese Aufgabe deshalb so geeignet, weil sie viel Know-how in der Vermittlung haben und nicht aus dem typisch schulischen Bereich kommen. "Erwachsenenadäquate Hauptschulabschlusskurse" würden dort wesentlich besser angenommen als etwa von anderen Kursanbietern. "Es gibt keine Klassen, wo man alles sklavisch absolvieren muss. Die Kurse sind so gestaltet, dass die Teilnehmer wirklich etwas davon haben."

Dienststellen übergreifend


Generell befinden sich die VHS in enger Partnerschaft mit dem AMS, dem Wiener Arbeitnehmer Förderungsfonds (Waff), der MA 13 (Bildung und außerschulische Jugendbetreuung), MA 24 (Gesundheits- und Sozialplanung), MA 40 (Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht) und MA 17 (Integration und Diversität). Das bedeutet auch eine ressortübergreifende Zusammenarbeit der Stadtratsbüros in den Bereichen Wirtschaft (Renate Brauner), Bildung und Jugend (Christian Oxonitsch), Soziales (Sonja Wehsely) und Integration (Sandra Frauenberger).

Dementsprechend mussten die Volkshochschulen auch mit qualifiziertem Personal nachgerüstet werden. "Im Rahmen der Initiative Erwachsenenbildung wurden Zertifikate zur Voraussetzung der Unterrichtstätigkeit beim VHS eingeführt. Das gibt es mittlerweile in allen Bundesländern", meint Wehsely.

Dass man jetzt im AMS die Kurse bedarfsorientierter gestalten will (siehe Artikel unten, Anm.), hält Wehsely für eine "super Sache". "Es wird eine große Herausforderung für die Organisation sein, die sogenannten Sinnloskurse durch ein Kurssystem zu ersetzen, in dem die Leute aus einem bestimmten Portfolio selbst aussuchen dürfen. Im Endeffekt bringt es den Menschen aber wirklich enorm viel", ist Wehsely überzeugt.