Wien. Citybike Wien bilanziert laufend mit neuen Rekordzahlen. Das Ergebnis des ersten Quartals 2014 weist die größte Steigerungsrate seit 2005 auf. Demnach gab es Zuwächse bei den Fahrten pro Monat von bis zu 163 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Konkret sind die Nutzungszahlen des ersten Quartals 2014, verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Jahres 2013, hoch. Die Nutzung der Citybikes weist im Jänner ein Plus von 109 Prozent, im Februar von 110 Prozent und im März ein Plus von 163 Prozent auf. Dies sind in Summe rund 82.000 Fahrten mehr als im ersten Quartal des Jahres 2013 - die größte Steigerungsrate für Citybike Wien seit dem Jahr 2005.

"Die neuen Quartalszahlen zeigen, wie sich der kontinuierliche Ausbau - derzeit betreiben wir 116 Standorte mit rund 1400 Rädern - an den Hot Spots der City extrem positiv auf die Nutzung auswirkt", sagt dazu Gewista-Chef Karl Javurek. Schon jetzt stehe fest, dass das Rekordergebnis des Vorjahres - 480.000 angemeldete Nutzer, die mit den Citybikes rund 790.000 Fahrten und in Summe mehr als 2,5 Millionen Kilometer zurückgelegt haben - heuer erneut übertroffen werde.

"Wir werden in den nächsten Wochen weitere 400 neue Räder in die bestehenden Standorte integrieren und dadurch den Verfügbarkeits- und Nutzungskomfort für die User abermals erhöhen", meinte dazu Citybike-Chef Hans-Erich Dechant. Damit würden 300 in die Jahre gekommene Räder ersetzt und 100 zusätzliche Bikes zur Verfügung gestellt. "Wir werden daher in Kürze 1500 Räder an 120 Standorten in Betrieb haben", erklärt Dechant.

Neuausschreibung


Dass sich die Firma Gewista gerade jetzt von ihrer besten Seite zeigen will, ist wahrscheinlich dem Umstand geschuldet, dass sich der Vertrag mit der Stadt Wien heuer seinem vorläufigen Ende nähert. Derzeit nimmt das Consulting-Unternehmen Rosinak & Partner das bestehende System unter die Lupe.

"Wir lassen die Effizienz evaluieren", erklärt Martin Blum von der Mobilitätsagentur, der für die MA 28 den Studien-Auftrag an Rosinak erteilt hat: "Die Stadt könnte nach Vorliegen der Studie einen Vertrag mit einem neuen Anbieter schließen." Es bestehe aber natürlich auch die Möglichkeit, dass die Gewista beauftragt werde, weitere Citybike-Stationen zu errichten, hatte Blum gegenüber der "Wiener Zeitung" bereits im Februar erklärt.

Inzwischen haben viele große Städte Leihradsysteme eingerichtet. Viele sind dabei moderner als jenes in Wien. Als Stations-basiertes System müssen die Wiener Leih-Räder immer wieder zu den Stationen zurückgebracht werden und können nicht einfach wie bei den Leihautos von Car2Go irgendwo an einem Fahrrad-Ständer zurückgelassen werden.

Ein derartiges modernes System, das mit Hilfe von Smartphones und GPS-Sendern direkt am Rad funktioniert, betreibt etwa das Unternehmen Next Bike in Leipzig. Auch in Budapest gewann Next Bike die Ausschreibung für das Leihradsystem.