Ein komplizierter Prozess, für den es wenige Spezialisten gibt. Hier wollen Handler und seine Kollegen vermitteln. "Wir machen erste Gehversuche", sagt er. Auch gelegentliches Stolpern kann noch vorkommen: "Unser Name R, D & C ist noch nicht optimal, am Telefon kennt sich niemand aus, was wir machen."

Der Name des ältesten, der von Inits betreuten Projekte ist dagegen eher eingängig. Happy Plating, heißt der 2004 gegründete Elektrochemie-Konzern der Chemiker Wolfgang Hansal, seiner Frau Selma Hansal und Martina Halmdienst. Spezialisiert haben sich die drei auf die Entwicklung und Herstellung von speziellen metallischen Oberflächen, die mit einem eigenen Verfahren im Firmenlabor produziert werden.

"Die Industrie verlangt eine eiermilchgebende Wollmilchsau. Wir wollen eine Brücke sein zwischen angewandter Forschung und industrieller Produktion", sagt Selma Hansal. Bereits drei Mal ist der Konzern übersiedelt, auch bei der Ortsfindung bekamen sie Unterstützung von Inits. Mittlerweile haben sie Kunden in der ganzen Welt, vom großen Handyhersteller bis zum Automobilkonzern.

Nach den Vorträgen von Gründern und Beratern haben Teilnehmer aus dem Publikum bei einem kleinen Brunch Zeit für eine erste Kontaktaufnahme. Der FH-Absolvent Michael Fenböck hat eine Flasche seines neu entwickelten Getränks mitgebracht und schenkt den Inits-Beratern Markus Pietzka und Carlos Fernández de Retana ein.

Innovation aus der Flasche


Der Drink kommt ohne Alkohol aus und soll "auf natürliche Weise Belebung, Freude und Fröhlichkeit" schenken, so die Hochglanzbroschüre, die er dazu reicht. "Ein Getränk funktioniert ja zu 90 Prozent über Marketing und dabei brauche ich von Inits noch Unterstützung", so Michael Fenböck.

Doch bevor ihn die Berater von Inits fördern können, muss er den ganz normalen Bewerbungsprozess durchlaufen, der mit einem einfachen Formular auf der Homepage der Agentur beginnt. Die Experten für Unternehmensgründung prüfen verschiedene Kriterien: Welches Marktpotenzial hat die Idee? Kann mit der Idee auch ein großer Markt erreicht werden? Wie ist es um das Team bestellt?

Oft verfügen die Bewerber über eine hohe technische Kompetenz, es hapert aber an kaufmännischem und betrieblichem Wissen. Außerdem muss natürlich geprüft werden, wie es um das Copyright bestellt ist, denn viele vermeintlich neue Ideen existieren bereits. "Falls Inits mein Projekt ablehnt, werde ich das sehr ernst nehmen und mir die ganze Sache noch einmal überlegen", so Michael Fenböck, der an der FH Tourismusmanagement studiert hat und damit die Anforderung eines akademischen Backgrounds erfüllt.

Der Weg zur Selbstständigkeit ist weit. "Viele verwechseln eine Idee mit wirklicher Innovation", so der Vizerektor der Universität Wien, Karl Schwaha. "Erst wenn etwas in die Praxis umgesetzt wird, ist es Innovation." Und genau dabei will Inits helfen.