Außerdem haben in einer Barge (geschlepptes Schiff ohne eigenen Antrieb, Anm.) 40 Lkw Platz. Bis zu acht Bargen können gemeinsam verwendet werden. Lehr: "Da kann sich jeder ausrechnen, dass das ein ökonomischer Vorteil ist."

Neben Schwergut würden Schüttgut - etwa Getreide - und Güter, die nicht so dringend benötigt und gleichzeitig billig gelagert werden können, vermehrt von der Straße auf das Wasser verlagert werden.

Auch wenn der Wasserweg noch nicht an seine goldenen Zeiten im Transportwesen anschließen kann, so ist ein Aufwärtstrend nicht von der Hand zu weisen. Das bestätigt auch das Geschäftsergebnis 2013 des Hafens Wien. Mit einem Umsatz von 53 Millionen Euro und damit einem Plus von acht Prozent gegenüber 2012 verzeichnete man das beste Ergebnis seit vier Jahren.

Hafen Wien legt gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent zu


Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) stieg 2013 um 15 Prozent auf 8,1 Millionen Euro. "Das ist ein ganz starkes Lebenszeichen für den Hafenstandort Wien", betont Peter Hanke, Geschäftsführer der Wien Holding, Mutterunternehmen der Hafen Wien. Grund dafür sei vor allem das Containergeschäft, bei dem man im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis verzeichnete: 480.000 Containereinheiten wurden 2013 in Wien umgeschlagen.

Besonders profitiert hat dabei der wasserseitige Umschlag. "Die Kunden entdecken die Wasserstraße Donau wieder", sagt Karin Zipperer, technische Geschäftsführerin des Hafens Wien. 1500 Schiffe legten 2013 im Hafen Wien an. Das waren 300 mehr als noch im Jahr zuvor. Damit werden nun 20 Prozent des Warenumschlags per Schiff erledigt, 45 Prozent entfallen auf die Bahn, 35 Prozent auf Lkw.

Dieses Dreigespann will man in Zukunft noch stärker als Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Hafenstandorten wie etwa Inzersdorf nutzen, außerdem setze man verstärkt auf Komplementärangebote, so Zipperer. Das bedeutet, dass am Hafen Wien Waren nicht nur transportiert, sondern etwa auch Container gereinigt und vermietet, Lagerflächen angeboten oder Zollangelegenheiten geregelt werden. Einzig die DDSG-Blue-Danube-Flotte fuhr 2013 ein Minus ein: "Mit dem Donau-Hochwasser konnten wir unsere Schiffe nicht so einsetzen wie gewohnt - unsere einzige Schwachstelle", räumt Hanke ein.

Nachdem seit 2007 bereits 170 Millionen Euro in den Hafenausbau investiert wurden, sind nun auch für das kommende Jahr wieder Ausbauten und Investitionen geplant: Unter anderem soll die Landgewinnung des Hafens in die zweite Runde gehen. Mithilfe von Aufschüttungen soll das Hafenbecken verkleinert und rund 35.000 Quadratmeter Fläche dazugewonnen werden.