Schleppend verläuft der Ausbau der Stromtankstellen. - © Smatrics
Schleppend verläuft der Ausbau der Stromtankstellen. - © Smatrics

Wien. Ein weiterer Baustein auf dem Weg in Richtung Elektromobilität wurde gestern, Donnerstag, von E-Ladeinfrastruktur-Errichter Smatrics präsentiert. Gemeinsam mit den Partnern Asfinag und der OMV wurde das Ladenetz mit der Autobahnraststätte Steinhäusl an einem wichtigen Knotenpunkt der Ost-West-Achse vor Wien erweitert. Ab sofort sollen dort fünf neue Ladepunkte (Äquivalent zu Zapfsäule) in Betrieb gehen, die mit allen weltweit verfügbaren Steckertypen (Chademo, Combo2 und Typ2) ausgestattet sind.

Darunter zwei DC-Schnell-Ladestationen. Sie ermöglichen das Laden von Elektro-Fahrzeugen mit Gleichstrom innerhalb von 30 Minuten auf 80 Prozent der Batterie-Kapazität. Für diese Stationen ist auch kein zusätzliches Ladekabel notwendig, da hier das Kabel bereits in die Ladestation integriert ist.

Mit den Raststätten Mondsee (Westautobahn A1) und Göttlesbrunn (Ostautobahn A4) gibt es bereits zwei bestehende Stromtankstellen an Autobahnen, die von der Firma Smatrics betrieben werden. Weitere zwei der insgesamt fünf Stromtankstellen an Österreichs Autobahnen befinden sich in den Raststätten Loosdorf (A1) und Kaiserwald (Südautobahn A2) bei Graz. Weitere befinden sich noch in Planung.

Anzahl der E-Modelle wird sich bis 2015 verdoppeln


"Wir stehen am Anfang einer Entwicklung", sagt Smatrics-Geschäftsführer Michael-Viktor Fischer. Er vergleicht den Stand des Stromautos mit jenem des Fernsehers im Jahr 1950, beziehungsweise des Mobiltelefons im Jahr 1990. Derzeit gibt es 25 bis 30 Modelle an Stromautos. Fischer ist sich sicher, dass es bis Ende des nächsten Jahres etwa 70 Modelle geben wird. "Das wird dann so munter weitergehen", sagt der Geschäftsführer.

Bis jetzt war E-Mobilität ausschließlich ein urbanes Thema. Mit der Stromtankstelle in Steinhäusl sei man jetzt aber reisefähig. Von einem Durchbruch könne aber noch keine Rede sein.

Zur Erinnerung: 250.000 Elektroautos wollte der frühere Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) bis 2020 auf Österreichs Straßen bringen. Ende Mai 2014 waren in Österreich gerade einmal 3765 strombetriebene Fahrzeuge (reine E-Autos und Hybrid-Autos, Anm.) zugelassen. Fischer führt die schwache Nachfrage auf die zaghafte politische Unterstützung zurück.

Er fordert daher unter anderem steuerliche Begünstigungen für Unternehmen, die sich Elektroautos zulegen. "60 Prozent aller neuen Fahrzeuge werden von Firmen gekauft", sagt Fischer. Ohne derartige Anreize seien die 250.000 Autos in sechs Jahren eine "utopische" Zielgröße. Dass der Funke schnell überspringen kann, zeige Norwegen. Binnen eines halben Jahres sei der E-Auto-Anteil an den Neuzulassungen von 5 auf 20 Prozent hochgeschnellt.