"Ich habe kein Mitleid, wenn jemand im Stau steht"

Im Gegensatz zu Gerhard Kubik kann die Neuordnung auf der Straße für den grünen Verkehrssprecher Rüdiger Maresch nicht schnell genug voran gehen. Vor allem der motorisierte Pendlerverkehr sorgt bei Maresch für großes Unbehagen. Die vor kurzem von ihm geforderte Ausweitung der Öffi-Jahreskarte auf die 1. Außenzone im Umland von Wien sei eine dringend notwendige Maßnahme. "200.000 Pendler hätten ein klares und unschlagbares Angebot für den Umstieg auf die Öffis", sagt er einmal mehr.

Um einen eventuellen Ansturm bei der Umsetzung standzuhalten, fordert Maresch den viergleisigen Ausbau der Südbahn zwischen Meidling und Mödling. Auch die Taktung der Schnellbahnen sollte deutlich verringert werden, wenn es nach den Vorstellungen des grünen Verkehrssprechers geht. Angesprochen auf die laufenden Gespräche mit Niederösterreich bestätigt Maresch, dass diese sehr zäh seien. Und sollte Niederösterreich "nicht mitspielen, dann werden wir mit Parkraumbewirtschaftung reagieren. Die Pendler müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir ihnen billige Öffis bieten, dafür werden sie in Wien aber nicht mehr parken können."

Das Thema City-Maut möchte Maresch hingegen nicht ins Spiel bringen, sondern einstweilen "nur im Kopf behalten." Fix ist aber: "Ökologisch richtiges Verhalten - der Verzicht auf das Auto - soll ökonomisch belohnt werden. Ökologisch falsches Verhalten muss besteuert werden. Das ist eine ganz einfache Lösung."

Vorstellen kann sich Maresch auch die Zuteilung von Auto-Fahrspuren, wie etwa am Ring, für den Radverkehr. Dass es durch weniger Fahrspuren zu mehr Staus kommen könnte, stört ihn nicht. "Ich habe kein Mitleid, wenn jemand im Stau steht."

Auch die Reduzierung von Parkspuren stellt der grüne Verkehrssprecher in Aussicht. Andere Städte seien da schon viel weiter. So wie etwa Paris, wo viele Parkspuren durch breitere Gehsteige und Kaffeehäuser ersetzt wurden. Die Autos sollen stattdessen in Garagen parken.