Wien. (red) Kurz vor 20 Uhr setzte Naomi Campbell ihren Tweet ab: #landing #Vienna on my way #Vienna Opera Ball".

Dass sogar das britische Supermodel zum 59.Wiener Opernball kommt, war bis dahin ein gut gehütetes Geheimnis. Endlich brachte nicht nur die wahlweise als Model, Schauspielerin, Showgirl oder Exfreundin von George Clooney bezeichnete Elisabetta Canalis, den sogenannten "internationalen Glamour" auf den roten Teppich. Wobei der rote Teppich vor der Staatsoper weder von der einen noch von der anderen beschritten wurde. Der Wiener Baumeister Richard Lugner ist nämlich mit seinem Gast Canalis über einen Seiteneingang in die Oper geschlichen. Die Italienerin und "TV-Persönlichkeit" (sie war etwa in dem US-Format von "Dancing Stars") gab dennoch gut gelaunt Interviews und zeigte ihr rotes Vivienne-Westwood-Kleid, bevor sie schnell in die Oper verschwand.

Eine ähnliche Strategie wählte Supermodel Naomi Campbell. Im weißen Kleid und ebensolchen Pelz entschwand sie über den Seiteneingang, nachdem sie die Medienvertreter mit einem knappen "Hallo" bedacht hatte. Sie kam in Begleitung von Kathrin Glock, der Ehefrau des Waffenproduzenten Gaston Glock. Gesprächiger war Christina Lugner, die nach Jahren an der Seite von Richard Lugner heuer in Begleitung der deutschen Zwillinge Arnold und Oskar Wess kam, die sich wiederum einen Namen in Deutschland durch ihre zahlreichen Schönheits-OPs verschafft haben. Es war angeblich die "Bild", die ihnen den Namen "Botox-Boys" verpasst hatte. Christina Lugner trocken über ihre Begleitung: "Es ist einmal etwas Anderes, jung, fit und faltenfrei", meinte sie.

Das Gegenstück dazu folgte sogleich: der deutsche Designer Harald Glööckler hatte besonderen Grund zum Strahlen. Nicht nur kam er mit seinem frisch angetrauten Ehemann Dieter Schroth, um seine Hochzeit zu feiern. Der Designer konnte auch endlich wieder lachen: "Seitdem ich kein Botox mehr nehme, habe ich wieder eine Mimik. Botox ist komplett out", sagte Glööckler.

Bekleidet war der Paradiesvogel mit einem weißen Fake-Pelz sowie einem Frack mit Swarovski-Glitzersteinen. Unter seiner Handmaske trug Glööckler noch eine Maske aus dunklen schwarzen Steinen: " Ein Gag."

Das Haus war mit 5150 Besuchern ausverkauft. Erfahrungsgemäß konsumieren die Gäste 800 Flaschen Sekt und Champagner, 900 Flaschen Wein, 1800 Paar Würstel, 1000 Petit Fours und Sandwiches, 800 Portionen Gulaschsuppe und 230 Austern.

Neben Gästen aus Politik, Wirtschaft und Society wurde dieses Mal das Augenmerk auf Künstler gelegt. Schickte doch Staatsoperndirektor Dominique Meyer voraus, dass der Ball "ein Treffpunkt der Kulturschaffenden" sein sollte. Und so wurden auch zahlreiche internationale Intendanten wie Eva Wagner-Pasquier (Bayreuther Festspiele), Thierry Fouquet (Opera National de Bordeaux) sowie Serge Dorny (Opera de Lyon) erwartet. Alexander Pereira (Teatro alla Scala) hat kurz vor dem Ball absagen müssen.