Wien. Die meisten Schildkrötenarten sind vom Ausstreben bedroht. Ihr Panzer kann sie vor den heutigen Gefahren nicht mehr schützen. Plastiksackerl werden für Meeresschildkröten zum Verhängnis, auch werden sie gerne verspeist, und die Eier der Sumpfschildkröte müssen mit Gittern geschützt werden. "Schildkröten gibt es seit über 200 Millionen Jahren. Doch vor den Gefahren, die ihnen heute drohen, kann selbst ihr dicker Panzer keinen Schutz bieten. Ihr Lebensraum und ihre Nistplätze werden zerstört und sie werden im großen Stil wegen ihres Fleisches gefangen", erklärt Dagmar Schratter, Direktorin des Tiergarten Schönbrunn.

Am Samstag, 23. Mai, ist Weltschildkrötentag, daher dreht sich sowohl im Tiergarten als auch im Haus des Meeres alles um diese bedrohten Reptilien.

Heimische Schildkrötenart stark bedroht

Im Mittelpunkt der Schildkrötentage stehen in Schönbrunn zwei Arten, zu deren Rettung der Tiergarten beiträgt. Die Europäische Sumpfschildkröte, die einzige heimische Schildkrötenart, ist in Österreich stark bedroht. Schratter: "Gemeinsam mit dem Nationalpark Donau-Auen, wo diese Tiere vorkommen, führen wir ein Schutzprogramm durch. Um die Eier vor Füchsen und Mardern zu sichern, werden die Gelege mit Gittern zugedeckt." Die zweite große Aktion gilt der Batagur Flussschildkröte in Bangladesch. Hier rettet der Tiergarten die Tiere vor dem Kochtopf und bringt sie in ein Schutzzentrum. Gab es vor Beginn des Projekts nur noch 20 Tiere weltweit, so wurde die Population mittlerweile versechsfacht.

Spielerisch wird am Wochenende jede Menge Schildkröten-Wissen vermittelt. Die Kinder können auf einem Hindernisparcours wie eine Schildkröten-Mama ein Ei zum Brutplatz bringen, in der Bastelecke Kappen im Schildkröten-Design anfertigen und beim Stand des Vereins "Auring" ein Schildkröten-Puzzle bauen. Zu bestaunen gibt es auch Panzer von Meeres- und Landschildkröten. Ein Aquarium verdeutlicht, warum Meeresschildkröten Plastiksackerl für Quallen und somit für Futter halten und daran sterben.

Leckereien für Meeresschildkröte "Puppi"

Ins Haus des Meeres hat Bürgermeister Michael Häupl seinem Patenkind "Puppi", einer Meeresschildkröte, einen großen Gemüsekorb mit Leckereien vorbeigeschickt hat. Die Guides des Hauses informieren bei ihrem Infostand die Besucher speziell über Schildkröten, deren Biologie und Gefährdung - und erklären zum Beispiel auch, warum Schildkröten so alt werden.