Dauerpräsenz des Themas Homosexualität

Angesprochen auf die Kritik, dass es bei den Schwulen immer nur um ihre Sexualität und um Oberflächlichkeiten geht, meint Högl, dass er sich in der Tat Sorgen gemacht habe über eine Ermüdung der Öffentlichkeit im Zuge der Dauerpräsenz des Themas Homosexualität in den Medien. "Die Leute sind aber nicht des Themas müde, sondern der Diskriminierung", stellte er fest. Wiens erster bekennender schwuler Bezirkschef von Mariahilf, Markus Rumelhart, erinnert sich noch an die erste Parade vor 20 Jahren: "Weil ich schon 39 bin, war ich damals natürlich dabei. Es war sehr bewegend, weil wir uns zum ersten Mal selbstbewusst in der Öffentlichkeit präsentiert haben", erzählt er. Dies habe viel beim Selbstverständnis von Schwulen in Wien bewirkt und eben auch für die Öffentlichkeit ein klares Signal bedeutet, unterstreicht Rumelhart. "Uns gibt es und wir sind viele" ist laut Rumelhart neben seiner Forderung für die Öffnung der Ehe die zentrale Botschaft.

Die Gegner der Parade formieren sich am Stephansplatz, der heuer erneut Schauplatz für den "Marsch für die Familie" sein wird. Ab 15 Uhr wird gegen die Homo-Ehe demonstriert. Unterstützung gibt es heuer unter anderen vom ehemaligen Pegida-Sprecher Georg Nagel und dem ÖVP-Abgeordneten Marcus Franz. Eine Gegendemo ist ab 15.30 Uhr am Michaelerplatz vorgesehen.

Die Ringstraße ist ab Mittag gesperrt, ebenso wie der Stephansplatz und der Michaelerplatz. Ab 11.30 Uhr werden die Straßenbahnlinien 1, 2, 31, 71 und D und die Buslinien 3A und 74A entlang der Strecke kurzgeführt. Die Vienna Ring Tram ist nur bis 12.30 Uhr unterwegs. Polizeisprecher Paul Eidenberger rechnet mit rund 100.000 Teilnehmern bei der Parade und rund 300 bis 500 Teilnehmern beim Marsch für die Familie sowie 100 bis 300 Teilnehmern bei der Gegendemo. Insgesamt werden rund 100 bis 150 Polizisten im Einsatz sein. "Es ist uns aber wichtig, darauf hinzuweisen, dass sich die Beamten morgen eher um die Verkehrssperren kümmern werden. Die Regenbogenparade ist eine sehr friedliche Veranstaltung, bei der wir kaum einschreiten müssen", so der Polizei-Sprecher.