Wien. "Die Frage ist: "Wird alles glattgehen?" Ich sage vorweg mal: Nein", gestand Peter Lenz gestern lächelnd. Der Baustellenkoordinator der zuständigen MA 46 bezog sich damit auf die umfassenden Bauarbeiten, die im Sommer wie jedes Jahr in ganz Wien stattfinden. Ein komplett reibungsloser Ablauf sei bei 12.386 kleineren und größeren Arbeiten schlichtweg "unmöglich", merkte Lenz beim Pressegespräch in der Baudirektion des Rathauses an. "Natürlich wird es hier und da Ecken und Kanten geben, aber wir bemühen uns, sofort einzuschreiten, wenn es mal Schwierigkeiten gibt." Der heurige Baustellensommer kostet die Stadt Wien etwa 172 Millionen Euro - 42 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die meisten Baustellen werden ab kommendem Montag, 6. Juli, in Betrieb genommen.

Sechs Großbaustellen für Wien

Der Konferenzraum, in dem Peter Lenz die "Highlights" des Baustellensommers 2015 präsentierte, hieß passenderweise "Ramba Zamba". Denn genau das kann heuer auf Wiens Straßen erwartet werden, auch wenn "nur" 387 Baustellen als verkehrsrelevant eingestuft sind. Wie bereits im April angekündigt (die "Wiener Zeitung" berichtete), stehen sechs Großbaustellen im Mittelpunkt der Arbeiten. Die umfangreichste und mit 150 Millionen Euro mit Abstand teuerste von ihnen ist der Anschluss der neuen Stadtteile Quartier Belvedere und Sonnwendviertel an den Wiener Hauptbahnhof, womit bereits im April begonnen wurde. "Es werden viele Maßnahmen durchgeführt, um das Bild rund um den Hauptbahnhof zu vervollständigen", erklärt Baustellenkoordinator Lenz. Bis Jahresende soll alles unter Dach und Fach sein.

Am Inneren Gürtel werden zwischen Anfang Juli und Oktober zwei Millionen Euro für die Erneuerung der Wasserrohre aufgewendet. "Diese Baustelle ist natürlich ein großer Einschnitt, garantiert aber, dass wir dort für die nächsten Jahrzehnte gute Wasserrohre haben werden", betont Peter Lenz. Der äußere Gürtel wird im Jahr 2016 saniert.

Ein weiterer Knotenpunkt ist die Kompletterneuerung der Straßenbahnschienen und Weichen am Plateau Währinger Straße/Spitalgasse/Nußdorfer Straße zwischen Juli und Mitte August, die sich auf etwa 720.000 Euro beläuft. Während es für Straßenbahnfahrer keinerlei Einschränkungen gibt, wird der Autoverkehr über Sensengasse, Lazarettgasse und Zimmermannplatz auf den Währinger Gürtel umgeleitet.