Ebenso werden die verschärften Regelungen bezüglich Familiennachzug kritisiert: Einzelpersonen, die zu einem Großteil von der Mindestsicherung leben, müssen bereits vor der Familienzusammenführung ausreichenden Wohnraum für die Familie nachweisen können.

Mögliche Auswirkungen fasst Alexandra Adam so zusammen: "Es wird viel weniger Familienzusammenführungen geben. Das ist auch ganz klar der Sinn der ganzen Sache." Und das wiederum steht der von allen Seiten geforderten Integration im Wege: Organisationen wie das UNHCR verweisen bereits darauf, dass ein rascher Familiennachzug klar integrationsfördernd ist.

Integration vor Wohnraum? Und dann wäre da noch der im November von Integrationsminister Kurz vorgelegte "50-Punkte-Integrationsplan". Eine Maßnahme: Der Zugang zu geförderten Wohnraum soll für anerkannte Flüchtlinge bei einem "Nachweis eines entsprechenden Integrationsfortschritts" erleichtert werden.

Bei Schaidinger ruft dies Kopfschütteln hervor: "Es ist mir ein Rätsel, wie man Wohnraum nicht als Erstes reihen kann. Ich verstehe nicht, dass Wertekurse an erster Stelle stehen können. Es ist ganz einfach klar, dass Menschen zuerst wissen müssen, wo sie wohnen und was sie essen. Wohnraum ist das erste und nicht das siebente Thema."

Auf flüchtlinge-willkommen.at können leere WG-Zimmer an Flüchtlinge vermietet werden. Wohnungen für Familien können über heimatsuche.at inseriert werden. Unterstützung am privaten Wohnungsmarkt bieten zudem Interface Wien und die Wohndrehscheibe der Volkshilfe an.