Wien. Rechtzeitig zum Beginn der Vienna Autoshow in der Messe Wien hat der heimische Fahrzeughandel eine überraschend positive Bilanz für das Jahr 2015 veröfentlicht: Dank eines insgesamt positiven zweiten Halbjahres, vor allem aber wegen eines wahren Booms im Dezember - in dem mit fast 23.000 Stück gleich um fast ein Drittel mehr Autos verkauft wurden als im Dezember 2014 - stieg die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Österreich gegenüber 2014 um 1,7 Prozent auf 308.555 Stück.

Die wichtigsten Trends: Das Segment der kleinen und mittleren Geländewagen (SUV) legte neuerlich am stärksten zu - gut ein Fünftel aller Neuwagen fällt mittlerweile in diese Kategorie.

Und die Österreicher bleiben - Abgasskandal hin oder her - dem Diesel treu: Während um 4,3 Prozent mehr dieselgetriebene Pkw aus den Höfen der Händler rollten, sank die Zahl der neu zugelassenen Benziner um 2,9 Prozent. Die Dieselfahrzeuge führten also bei den Neuzulassungen mit 58,3 Prozent Marktanteil weit vor den Benzinern mit 39,8 Prozent.

Blieben 1,9 Prozent Marktanteil für Neuwagen mit alternativen Kraftstoffarten und Energiequellen: Exakt 5901 Stück (plus 33,1 Prozent) wurden neu zugelassen, darunter 3512 Hybride und 1677 Elektro-Pkw. Immerhin: Damit war die Zahl der neuen E-Autos im Jahr 2015 um gut ein Drittel höher als 2014 und fast dreimal so hoch wie 2013. Und für 2016 wird eine weitere Steigerung der Neuzulassungen von E-Autos um rund 1000 Stück angepeilt.

Ohne stärkere bundeseinheitliche Förderung der Hybrid- und Elektrofahrzeuge und entsprechende Bevorzugung im Straßenverkehr werde es - trotz immer mehr neuer Modelle verschiedener Hersteller - die aus Umweltschutzgründen sehr wünschenswerte starke Ausweitung der E-Mobilität wohl auch heuer nicht geben, sind sich die Branchenvertreter einig. Auch die Wiedereinführung einer Ökoprämie analog zu 2009 wird gefordert: Die Erneuerung des Fahrzeugbestandes und die Verschrottung von stark emittierenden Altfahrzeugen sei immer noch die beste Lösung, um nennenswerte Einsparungen bei Kohlendioxid, Stickoxid und Feinstaubpartikeln zu realisieren.

E-Autos im Praxistest

Die "Wiener Zeitung" hat die Vienna Autoshow zum Anlass genommen, drei verschiedene E-Autos einem Praxistest zu unterziehen (siehe die nebenstehenden Testberichte). Das Fazit: E-Autofahren macht richtig Spaß. Der Spaß ist nur leider nach wie vor ein teurer - und er ist nur von beschränkter Dauer. Denn wo man bei Verbrennern schön langsam ans Tanken denkt, fängt bei den meisten Stromern die Reichweite überhaupt erst an. Von 200 Kilometern bis zur nächsten Ladung können viele E-Autofahrer höchstens träumen.