43 Millionen Euro Umsatz, 15 Millionen davon in Österreich


Derzeit setzt Adriatic Group 43 Millionen Euro in Europa um, davon 15 Millionen in Österreich. Dennoch sei Ethno-Food noch immer eine kaum beachtete Nische. "Das Potenzial des Ethno-Foods in Österreich wird kaum genutzt. Wir kratzen gerade an der Spitze des Eisberges", so Reda. Im Vergleich zum Bio-Markt, der bereits gesättigt sei, gäbe es im Ethno-Food-Segment reichliche Lücken. Hier handle es sich überwiegend um Konsumenten, die beim Essen nicht sparen. "Einem Bosnier ist der Preis für Sudzuk (Wurst) egal, solange sie schmeckt."

Die Adriatic Group hat 2012 auch mit der Distribution von frischem Obst und Gemüse aus der Balkan-Region für den europäischen Markt begonnen. Als Verkaufshit haben sich insbesondere Cornichos (Essiggurkerl) erwiesen. Aufgrund des guten Bodens in Bosnien-Herzegowina würden Gurken, Himbeeren oder Pflaumen heranwachsen.

2013 wurde das Tochterunternehmen Natura (in Svojat, 100 km von Sarajevo entfernt) aufgebaut, eine Pendant zur österreichischen Hofer-Marke "Zurück zum Ursprung". Die Bauern aus der Region liefern die Ware dort ab, diese wird entweder weiterverarbeitet oder nur gereinigt. Verpackt in Großgebinde wird das Obst und Gemüse in die Länder der EU exportiert. "Hier steckt noch reichlich Kapazität, es mangelt an professioneller Vermarktung aber auch an Kontakten zu großen Lebensmittelketten.

Ein Vorbild für Reda sind die Ethno-Food-Regale in Großbritannien, die sich bis zu zehn Meter erstrecken. Dort würden die Geschäfte etwa auch muslimische Feiertage nutzen, um gezielte Angebote zu machen. Vielleicht auch eine Idee für Österreich. "Man muss nur zur richtigen Zeit das richtige Essen verkaufen", sagt Amin Reda und lacht.