Wien. Forschungsinteressierte haben am Freitag wieder einmal die Möglichkeit, Einblick in die Forschungslabors, Universitäten, Museen und Forschungsprojekte des Landes zu bekommen. Von 17 bis 23 Uhr wird Österreich an 250 Standorten geöffnet haben. In Wien können die Besucher an 48 Orten hinter die Kulissen der Forschung blicken. Und das völlig kostenlos.

Der größte Standort in Wien ist heuer der Heldenplatz. Dort hat das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ein Ausstellungs- und Veranstaltungszelt mit rund 70 Stationen aufgebaut. So erwartet den Besucher etwa ein virtueller Flug durch das Sonnensystem, ein Vortrag des Direktors der Astronomieorganisation Eso, Tim de Zeeuw, oder der "Science Pool" für Mutige, die sich trauen, über eine bestimmte Flüssigkeit zu laufen.

Rund um den Ring bietet das Technologieministerium (3., Radetzkystraße 2) zahlreiche Aktionen. Darunter ein Speed-Dating mit Forschern. Bereits zwischen 12 und 15 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, in eine eigens gestaltete und umgerüstete "Innovations-Bim" zu hüpfen, um dort ins Gespräch mit Forschern zu kommen. Die Bim fährt bis kurz nach Mitternacht rund um den Ring. Bei der Station Burgtheater warten E-Scooter. Dort kann man sich über das Thema Elektromobilität informieren. Eine "Speakers Corner" gibt es vor dem Parlament, wo Redefreudige ihre Ideen für Österreich vorstellen können.

Nacht der Atomenergie

150 Meter flussabwärts der Schwedenbrücke wartet das Forschungsboot "Halbe Meile". Das Boot wird für Fahrten an der Donau eingesetzt, um neben Kontrollen der Uferschutzbauwerke, auch gefährliche Untiefen aufzuspüren. Experten erklären das Boot und zeigen, wie sie die Donau untersuchen.

Die Forschung rund um Atomkraft und Strahlen ist noch lange nicht am Ende. Anlässlich 30 Jahre Tschernobyl und fünf Jahre Fukushima setzt das Wiener Umweltanwaltschaft und das Institut für Sicherheits- und Risikoforschung an der Universität für Bodenkultur (Boku) ihren Schwerpunkt zur Atom-Energie und präsentiert die neuesten Forschungsergebnisse. Vorträge und Führungen dazu werden an unterschiedlichen Standorten angeboten - an der Boku (19., Peter Jordan Straße 82), im städtischen Strahlenschutzlabor im AKH Wien, bei der Wiener Berufsfeuerwehr (1., Am Hof 9-10), im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (1., Stubenring 1), bei der Agentur für Ernährungssicherheit (22., Spargelfeldstraße 191) oder in der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (19., Hohe Warte 38). Im Strahlenschutzlabor wird erklärt, was Röntgenstrahlen sind und wie Röntgengeräte funktionieren. Auch mitgebrachte Gegenstände - wie etwa Stofftiere - können durchleuchtet werden.

Drohnen am Hauptbahnhof

Im "Falling Walls Lab" des Austrian Institut of Technology (AIT) im Technischen Museum Wien (14., Mariahilfer Straße 212) haben junge Talente drei Minuten Zeit, ihre Forschungsprojekte einer Jury vorzustellen. Um 20 Uhr werden Technologieminister Gerald Klug und der Vorsitzende des Rates für Forschung und Technologie, Hannes Androsch, die Siegerehrung vornehmen. Das Technische Museum Wien steht unter dem Motto "Forschung sichtbar machen!" So zeigt die Schau "Inventarnummer 1938" die alltägliche Praxis des NS-Raubzuges und dokumentiert die Suche nach den heute in aller Welt verstreut lebenden Erben. Auch im Wien Museum (4., Karlsplatz 8) beschäftigt man sich mit während des NS-Regimes gestohlenen Kunstwerken. Der Besucher bekommt dort einen Einblick in die Restaurierung und Konservierung von Kunstwerken.

Als Österreichs einzige rein technische Fachhochschule präsentiert das Technikum in Wien neun Stationen an zwei Standorten. Am Standort Brigittenau (20., Höchstädtplatz) werden Industrieroboter, autonome Serviceroboter und "Smart Mobility" vorgestellt. Am zweiten Standort in Floridsdorf (21., Giefinggasse 6) wird unter anderem erklärt, worauf beim Betrieb eines "schlauen Stromnetzes" geachtet werden muss. Und am Hauptbahnhof werden von der ÖBB High-Tech-Drohnen für die Gleisinspektion vorgeführt.

Herz-Operation live

Die Technische Universität (6., Getreidemarkt 9) gibt Einblick in Mikro- und Nanoelektronik und damit in die Technik von Smartphones von heute. Und die MedUniWien überträgt ab 20.30 Uhr live aus dem OP-Saal in das Hörsaalzentrum im AKH (Ebene 8) eine Herz-Operation.

Mit 94 Ausstellungsorten von Braunau bis Wels und 558 Stationen gibt es in Oberösterreich am meisten zu sehen. In Niederösterreich sind es zehn Standorte und 350 Forschungsstationen, darunter die FH St. Pölten zu Fragen der Medien-Zukunft.

Lange Nacht der Forschung

Freitag, 22. April, 17 bis 23 Uhr
Eine Initiative des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und dem Rat für Forschung und Technologieentwicklung. Vollständiges Programm und Standorte: www.langenachtderforschung.at