Falsche Vorstellungen der Mitmenschen über die Schuppenflechte befeuern die Angst vor Stigmatisierung. Beispielsweise wurden laut GfK-Studie mehr als die Hälfte der Psoriatiker in Österreich gefragt, ob sie ansteckend seien. Das Zusammenspiel dieser Faktoren führt vor allem zu einem: Stress. Den sollten Psoriatiker aber, so gut es geht, vermeiden, da er weitere Krankheitsschübe begünstigt.

Ein offener und möglichst entspannter Umgang mit der Schuppenflechte, insbesondere vor Familie, Freunden und Kollegen, sei daher wichtig. "Versteckt euch nicht", rät Gabriele Schranz. Auch wenn sie weiß, dass das für viele nicht einfach ist.

Ebenso ist das häufige Tragen langer und eng anliegender Kleidung für Betroffene nicht gesund. Denn Wärme und Sonnenlicht tun von Schuppenflechte geplagter Haut gut. Vor allem die Sonne regt die Bildung von Vitamin D an, das das Immunsystem ankurbelt und Beschwerden lindert.

Neben verschiedenen Medikamenten und Salben gibt es eine Reihe an Kurangeboten, um Psoriatikern zumindest zeitweise erscheinungsfreie Haut zu ermöglichen, beispielsweise in Bad Gleichenberg oder Bad Deutsch Altenburg. Viele Psoriatiker schwören auch auf das Tote Meer - das heiße und trockene Klima soll Wunder wirken.

Auch wenn die Krankenkassa in vielen Fällen die Kosten übernimmt, werden Kurangebote jedoch vor allem von Berufstätigen oft nicht in Anspruch genommen. Dabei spielt die Angst um den eigenen Arbeitsplatz eine Rolle. "Sagen Sie mal ihrem Chef, dass Sie vier Wochen auf Kur fahren oder für die nächsten sechs Wochen jeweils zwei Nachmittage wegen einer Behandlung im Büro fehlen. Natürlich fürchten da viele eine Kündigung", so Gabriele Schranz.

Der erste und wichtigste Schritt zu (fast) erscheinungsfreier Haut ist aber der Gang zum Dermatologen. Daher hat der Verein gemeinsam mit dem Pharmakonzern Novartis im Juni eine groß angelegte österreichweite Informationskampagne gestartet, die Elemente wie Citylights, Bus- und Straßenbahnwerbungen, Apotheken, Arztpraxen sowie Anzeigen in Printmedien, Radiowerbung, Facebook und das Onlineportal "www.zeighaut.at" umfasst.

Mit dem Aufruf "Fragen Sie Ihren Hautarzt! Zeigen Sie wieder Haut!" sollen Betroffene dazu angeregt werden, sich beim Facharzt untersuchen und beraten zu lassen. Dies sollte bei jedem Verdacht auf Schuppenflechte geschehen. Gabriele Schranz vermutet, dass es abgesehen von den 250.000 bekannten Psoriatikern in Österreich eine höhere Dunkelziffer gibt. "Ich glaube, dass viele, die an Psoriasis leiden, es nicht einmal wissen", meint sie.

Mehr Infos unter:

www.zeighaut.at