Und langsam tut sich auch in Wien etwas. Die Bürgerinitiative "Donaucanale für alle!" setzte sich etwa erfolgreich gegen die Bebauung einer Wiese am Donaukanal durch. Die Initiative "Kaiserwiese für alle" brachte das Thema der kommerziellen Nutzung von öffentlichem Grund auf den Radar von Medien und Politik.

Das "Urbanize 2016" macht deutlich, dass mit der zunehmenden Privatisierung der Stadt auch der Widerstand dagegen wächst. Der Diskurs im Gschwandner unterscheidet sich dabei grundlegend von klassischen Anrainerinitiativen, die für Prostitutionverbote oder gegen Drogenberatungszentren auf die Straße gehen.

Er ist vielmehr theoretisch getragen. Die Eigeninteressen verschwinden hinter einem Verständnis, das Stadt als Raum für alle begreift. Urbane Praktiken der Aneignung von öffentlichem Raum werden genauso diskutiert, wie Finanzierungsmodelle für Immobilien, abseits der Gewinnmaximierung.

Frank John stellt die "fux Genossenschaft" vor. Sie kaufte die Viktoria-Kaserne in Hamburg-Altona von der Stadt und betreibt sie seit dem Jahr 2015 als Produktionsort für Kunst, Kultur und Gestaltung, Gewerbe und Bildung. Ziel der rund 200 Mitglieder ist es, die Miete auf unter fünf Euro pro Quadratmeter zu halten. "Momentan liegt sie bei 4,80 Euro", sagt John. "Und das direkt neben dem längst kaum noch leistbaren St. Pauli."

Es gibt also Hoffnung. Denn ohne neue Ideen droht das städtische Gefüge zu kippen. Am "Urbanize 2016" wird eifrig nach Auswegen gesucht. Damit Engels Zitat endlich in den Geschichtsbüchern verschwinden kann.