Wien. Mit der Eröffnung der U1-Verlängerung bis Oberlaa im September 2017 wird in Favoriten das Parkpickerl eingeführt. Nun liegen die konkreten Pläne vor, wo im Bezirk das Abstellen des Autos gebührenpflichtig wird. Laut Unterlagen der MA 46 wird das Pickerl mit Ausnahme der Industriegebiete so gut wie flächendeckend eingeführt.



Vorgesehen ist, die Kurzparkzone im gesamten Wohngebiet mit 3. September 2017 - und somit einen Tag nach dem Start der U1-Verlängerung - einzuführen. Ausgenommen von der Regelung sind somit einerseits das Grün- bzw. Industrieareal westlich der Triester Straße und andererseits das kleine Gebiet westlich der Himberger Straße zwischen Liesingbach und Bahnlände. Und gebührenfrei bleiben natürlich die unbebauten Zonen am südlichen und östlichen Rand des 10. Bezirks.

Verdrängungseffekte vermeiden

Mit der großflächigen Pickerleinführung wolle man Verdrängungseffekte innerhalb Favoritens von Anfang an vermeiden, heißt es im Büro von Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner (SPÖ). Der Druck sei hoch, denn allein in Favoriten seien derzeit rund 64.000 Pkw zugelassen.

Kurzparkscheine bzw. den Aufkleber braucht man - wie in den anderen Pickerlbezirken außerhalb des Gürtels - von Montag bis Freitag zwischen 9 und 19 Uhr. Die Maximalparkdauer beträgt drei Stunden. Die Anrainer werden am heutigen Mittwochnachmittag bei einer Bürgerversammlung der Bezirksvorstehung über alle Pläne informiert. Sie beginnt um 18 Uhr am FH Campus Favoriten.

Bürgerbefragung in Döbling läuft bis 22. November

Deutlich früher könnte das Parkpickerl in Döbling eingeführt werden. Ob es überhaupt kommt, ist allerdings noch unklar. Denn im Bezirk läuft derzeit und noch bis zum 22. November die von Vorsteher Adi Tiller (ÖVP) initiierte Bürgerbefragung. Das Ergebnis soll am 28. oder 29. November veröffentlicht werden. Die Parkplatznot im 19. Bezirk hatte sich zuletzt ordentlich verschärft, nachdem das benachbarte Währing mit 5. September das Pickerl eingeführt hat.

Durch die Einführung in Favoriten wird auch die Situation für Simmering nicht entspannter werden. Insofern wird wohl auch dort die Parkgebühr kommen. Vorsteher Paul Stadler (FPÖ) will die Bürger dazu noch vor dem Sommer befragen. "Es wird aber keine Ja-/Nein-Frage, sondern wir werden über mehrere Varianten abstimmen lassen", sagte er. Fix ist: "Wir werden zumindest in bestimmten Gebieten was tun müssen." Denn rund um die U3-Stationen etwa sei die Lage "eine Katastrophe". Mit einer Einführung rechnet Stadler aber erst 2018.

Thema ist das Parkpickerl weiterhin auch für die Hietzinger Vorsteherin Silke Kobald (ÖVP). Sie will aber ebenfalls noch die Bürger befragen - und zwar im ersten Quartal 2017. Im 13. Bezirk sind ebenfalls die Areale entlang der U4-Trasse sehr oft überparkt. Keine konkreten Überlegungen bezüglich Parkgebühr gibt es weiterhin in den Bezirken Floridsdorf, Donaustadt und Liesing.