Wien. Ein geplanter Gastrobetrieb nahe dem Schloss Belvedere sorgt weiterhin für Aufregung. Im Sommer 2018 soll das seit 20 Jahren brachliegende Restaurant "Belvederestöckl" in der Prinz-Eugen-Straße 25 als "Stöckl im Park" neu eröffnet werden. Kritiker halten die geplante "Restaurant-Brauerei" für ein "Gastro-Monster", das lärmende Touristenmassen anzieht. Auch die Unesco geht mit dem Projekt hart ins Gericht. Die Betreiber sehen in der Neueröffnung hingegen eine Revitalisierung der Gegend. Zudem schaffe man Arbeitsplätze.

Seit Monaten wird um das Projekt gestritten. Neue Vorwürfe gegen den Betreiber erhob am Donnerstag die Bürgerinitiative "Nein zum permanenten Oktoberfest beim Belvedere". "Wir haben nichts gegen einen gastronomischen Impuls", sagte Sprecher und Anrainer Hellmut Schneider. Man freue sich, wenn etwas mit dem vor sich hin dümpelnden Gebäude passieren würde. Bei diesem Projekt aber würden alle Lasten die Anrainer und die Öffentlichkeit tragen, der Gewinn komme nur den Betreibern zugute.

Die Hintergründe: Das Areal, auf dem gebaut werden soll, befindet sich im Schwarzenbergpark. Es gehört der Schwarzenberg Privatstiftung. Sie hat mit dem Betreiber des Gastroprojekts - Walter Welledits, Inhaber des "Salm Bräu" am Rennweg - einen Pachtvertrag abgeschlossen.

Zwei Verfahren offen


Noch sind rund um das "Stöckl im Park" zwei Verfahren anhängig. Eine Baubewilligung für die Gartenterrasse des Lokals wurde noch nicht erteilt, heißt es seitens der Baupolizei (MA37). Da die Terrasse aber in einem Parkschutzgebiet liege, sei die Sache heikel: "Wie weit wir das bewilligen können, wissen wir noch nicht." Weiters läuft auch noch das Genehmigungsverfahren für die Betriebsanlage, in das auch die Anrainer eingebunden werden. Verhandlungen sollen in den kommenden Wochen stattfinden.

"Wir befürchten, dass wir bei den nächsten Verhandlungen über den Tisch gezogen werden", sagte Schneider. Denn das vom Betreiber erstellte Lärmgutachten basiere auf falschen und unzulässigen Annahmen. Man rechne sich alles schön, damit ja alles unter den zulässigen Grenzwerten liege, so die Kritik.

Es sei zu befürchten, dass "Entscheidungen auf Grundlage dieses Gutachtens getroffen werden, die dann nicht mehr revidiert werden können." Schneider fordert daher die Erstellung eines "neutralen Amtsgutachtens". So wie für die anderen Lokale in der Gegend solle zudem auch für das "Stöckl" die Schanigartenregelung gelten, wonach um zehn Uhr der Garten zugesperrt werden muss.