Welledits ließ der "Wiener Zeitung" eine schriftliche Stellungnahme zukommen. Er weist den Vorwurf eines Gefälligkeitsgutachtens zurück. Man behalte sich rechtliche Schritte gegen die Verleumdungen vor. "Wenn in Zukunft Anrainer bestimmen, welche Art von Lokal gnadenhalber gestattet wird und wie lange es offen sein darf, verlassen wir die Ebene eines Rechtsstaates und enden in der Anarchie des Diktates", so Welledits.

Gestritten wird auch um die Sitzplätze. 600 Gäste sollen im 3000 Quadratmeter großen Gastgarten Platz haben. Weitere 280 Sitze sind für den Innenbereich geplant. Zuletzt hatten die Betreiber eine Sitzplatzreduktion in Rede gestellt. Das seien nur "schöne Worte" gewesen, hieß es seitens der Initiative. Denn in dem Ansuchen für die Betriebsanlagengenehmigung vom Dezember gehe es immer noch um 880 Sitzplätze.

"Absolute Degradierung"


"Wir haben eine Reduktion von 120 Sitzplätzen im Garten angeboten, weiters eine Vorverlegung der Sperrstunde im Garten von 24 auf 23 Uhr", so Welledits. Das Angebot sei ignoriert worden. Eine "offizielle" Reduktion der Sitzplätze würde auch die Erstellung neuer Gutachten erfordern, die mindestens 100.000 Euro kosten.

Scharfe Kritik an dem Projekt übt die Unesco. "In einem historischen Garten ein Bierlokal zu machen, um den Tourismus rund um das Belvedere zu nutzen: Das ist für mich ein Walt-Disney-Trend", so Gabriele Eschig, Generalsekretärin der österreichischen Unesco-
Kommission. Eschig sieht "einen weiteren Mosaikstein in der absoluten Degradierung des historischen Zentrums von Wien".

"Es ist ein völliger Bruch mit dem, was die Erhaltung von kulturellem Erbe bedeutet. Das Schwarzenberg Palais, der Park, das Belvedere, der botanische Garten und die Salesianerinnenkirche: All das ist als Gesamtkunstwerk verstanden worden", so Eschig. Welledits schreibt, dass alle "gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten wurden". Von den zuständigen Behörden sei keine Beeinträchtigung des Stadtbildes und des Denkmalschutzes festgestellt worden.

Den Vorwurf der Initiative, dass man nicht reagiert habe, um die letzten Reste des historischen Schwarzenbergparks zu schützen, wies man im Bundesdenkmalamt zurück: "Der Park steht nicht unter Denkmalschutz. Wir haben keine rechtlichen Möglichkeiten zu verhindern, dass auf der Rasenfläche etwas gebaut wird."